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Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Freitag, 02.11.2018

Panik als Machterhalt. Die Methode Trump

Er sei unberechenbar, trieb- und impulsgesteuert, überreizt, ein Fall für den Psychiater: Donald Trump wird oft als völlig unkontrolliert beschrieben, seine nächtlichen Tweets, seine unsouveränen Reaktionen auf Kritik, seine verbalen Attacken gegen politische Gegner, all die Widersprüche und Unwahrheiten. Tatsächlich hat sich der US-Präsident oft nicht unter Kontrolle. Dennoch verfolgt er eine langfristige Strategie.

Sein ideologischer Rahmen und die dazugehörigen Methoden blieben immer die gleichen, schreibt Lukas Hermsmeier für ZEIT Online. "Wenn es ernst wird, bedient sich Trump verlässlich eines Gefühls, der Angst."

Je näher die Wahlen, die Midterms, rücken, desto demagogischer tritt Trump auf, desto mehr schürt er die Ängste seiner Wähler. Trump scheint bewusst zu sein, dass er und die Republikaner die Wahlen verlieren können. Also warnt er unaufhörlich vor einer "Invasion" von Einwanderern, zählt die damit angeblich eingehenden Gefahren für das Land auf: Kriminalität, Drogen und Krankheiten.

"Illegale Immigration schadet den amerikanischen Arbeitern, belastet die amerikanischen Steuerzahler, untergräbt die öffentliche Sicherheit und führt zu enormen Belastungen der Schulen, Krankenhäuser und Gemeinden", sagte Trump. Damit spricht er die Furcht vieler seiner Wähler an, damit schürt er Panik.

Die Zwischenwahlen sind wichtig für Trump. Seine Partei und deren Zustand sind ihm eigentlich egal. Aber das Abschneiden der Republikaner entscheidet über seine persönliche Macht.

"Sollten die Demokraten die Mehrheit in einer oder sogar in beiden Kammern des Kongresses zurückgewinnen, müsste Trump in den kommenden Jahren an Stellen Kompromisse machen, an denen er bislang einfacher durchregieren konnte", schreibt Hermsmeier. "Darüber hinaus würde eine Niederlage signalisieren, was einige Funktionäre der Republikaner schon länger ahnen: Dass Trump der Partei mittlerweile mehr schadet als hilft."
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