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Jannis Brühl
Redakteur
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piqer: Jannis Brühl
Montag, 24.09.2018

Marlon Brando und Truman Capote hängen ab

Eine wunderbare historische Reportage, wie sie heute wohl nicht mehr geschrieben werden könnte, weil niemand so nah an eine Berühmtheit rankommt und so offen mit ihr sprechen kann. Truman Capote besucht Marlon Brando, 1957 ein Megastar, in dessen Hotelzimmer. Brando dreht in Japan "Sayonara" und schließt sich den ganzen Tag im Zimmer ein, eigentlich muss er morgen früh raus, aber er lebt in einem Dämmerzustand und schwebt über allem und allen und außerdem hört er sich selbst so gerne reden.

Brando versucht, Capote abzufüllen, liegt auf dem Boden, wird von Geishas mit Essen vollgestopft, driftet ab, schläft fast ein, spricht über seine Karriere, seine Gewichtsprobleme und gibt pseudophilosophische Gedanken zum Besten. Was einem halt so im Kopf rumgeistert, wenn man von allen verehrt wird und komplett abgehoben ist. Ein spannender Einblick in das alte Starsystem Hollywoods, das heute tot ist.

Capote hat sehr viel Platz zum Schreiben und malt die Parallelwelt aus fremdem Japan (das er etwas herablassend beschreibt) kurz nach dem Krieg, aus Luxushotel und Star-Refugium ornamental aus, es ist die reinste Freude.

Marlon Brando und Truman Capote hängen ab
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