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Fabian Köhler
freier Journalist, Politik- und Islamwissenschaftler (M.A.)
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piqer: Fabian Köhler
Donnerstag, 30.11.2017

Dorsch statt Glyphosat: Wie Umweltministerin Hendricks Landwirtschaftsminister Schmidt hinterging

Die einen wüten über einen „einmaligen Vertrauensbruch", als entscheide sich am Ja zu einem Unkrautmittel die Fortexistenz unserer Verfassungsordnung. Die anderen üben sich unterdessen in einer schenkelklopfenden Selbstgefälligkeit wie ein paar bayerische Bauern nach zu viel Marillenschnaps. Man kann zu Schmidt und Hendricks, zu SPD und CSU stehen wie man will, aber die einsame Glyphosat-Entscheidung des Landwirtschaftsministers und die anschließenden Reaktionen haben schon sehr etwas von einer Posse. 

Erst recht, wenn man Ulrich Exners Text in der Welt dazu liest. Er hat das Prequel zur jüngsten Aufführung von SPD und CSU recherchiert. Dem "einmaligen Vertrauensbruch" ging demnach ein ähnlicher Vorfall voraus. Die Darsteller damals wie heute: Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Nur die Rollen hatten beide im September dieses Jahres getauscht. Das Glyphosat jener Zeit: der Dorsch, d.h. was davon in der Ostsee noch übrig ist. 

Als oberste Dorschschützerin des Landes wollte Barbara Hendricks Freizeitanglern das Angeln verbieten. Sehr zum Unmut von Christian Schmidt, der sich der Bewahrung des deutschen Freitzeitfischertums verpflichtet sah. Die Bundeskanzlerin schaltete sich ein und versprach, das Thema im Kabinett auf den Tisch zu legen. Doch bevor es dazu kommen konnte, hatte Hendricks einen Tag vor der Bundestagswahl die entsprechenden Verordnungen schon im Alleingang unterzeichnet und Schmidt empörte sich über die "schwerwiegende Verletzung des notwendigen Vertrauensverhältnisses." 

Wer nun beide Vorfälle in Zusammenhang bringt, hat wahrscheinlich recht. 

Dorsch statt Glyphosat: Wie Umweltministerin Hendricks Landwirtschaftsminister Schmidt hinterging
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