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Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Freitag, 08.11.2019

Das Ende der Liebe? Wie Deutschland die Nachbarn im Osten missversteht

Deutschland fühlt sich missverstanden, nicht geliebt. Das Verhältnis zu den Nachbarn im Osten ist schwierig. Doch die Regierung in Berlin versteht nicht, wie die Bundesrepublik in den ehemaligen kommunistischen Staaten wahrgenommen wird. Das "Ende der Liebe" zwischen Ost- und Westeuropa ist nicht wie angenommen auf unterschiedliche Ansichten zur Zuwanderung zurückzuführen.

"Die Osteuropäer fürchten nicht die Art von Migration, über die sich die Deutschen den Kopf zerbrechen", schreibt Ivan Krăstev, Direktor des unabhängigen Thinktanks Centre for Liberal Strategies in Sofia. "Das Problem ist nicht die Angst davor, dass über Deutschland scharenweise Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und Afrika in die osteuropäischen Länder strömen könnten, auch wenn dies populistische Führer in Osteuropa ständig behaupten. Der Kern der Angst besteht vielmehr darin, dass immer mehr osteuropäische Jugendliche in Deutschland landen, dass Deutschland die jungen Fachkräfte der Region aggressiv umwirbt und dass Osteuropa dadurch selbst zur Wüste wird.

Die Gesellschaften in Osteuropa begrüßen durchaus Investitionen aus Deutschland. Und junge Osteuropäer wandern gern nach Deutschland aus. Gleichzeitig werden die populistischen Regierungen der Region aber auch wegen ihrer verbalen Attacken auf Deutschland gewählt. 

In Polen erlangte die nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit – PiS – vor kurzem die absolute Mehrheit. Im Wahlkampf hatte sie Härte gegenüber der Bundesrepublik demonstriert – zumindest verbal. So forderten Vertreter der PiS unter anderem Reparationen von Deutschland als Wiedergutmachung für die Besetzung des Landes während des Zweiten Weltkriegs.

"Es ist gerade die Attraktivität Deutschlands, die die antideutsche Stimmung in Osteuropa beflügelt", schreibt Ivan Krăstev in einem Gastkommentar in der ZEIT. "In diesem Sinne trägt Deutschland durchaus eine Mitverantwortung für den Aufschwung des Populismus im Osten. Deshalb sollte sich die Regierung Merkel über die wachsende Kluft in Europa ebenso Sorgen machen wie über die Ost-West-Kluft, die sich durch ihr eigenes Land zieht." 

Berlins Verantwortung für die europäische Vereinigung reiche weit über Dresden hinaus, stellt Krăstev fest. Die Bundesregierung sei ihr bislang nicht gerecht geworden.

Das Ende der Liebe? Wie Deutschland die Nachbarn im Osten missversteht
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Kommentare 2
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · Erstellt vor 9 Tagen ·

    Danke.
    Mehr dazu gibt es im seinem neuen Buch, das er mit Stephen Holmes schrieb. Die Buchpremiere ist am kommenden Dienstag in Berlin, dann geht es auf Lesereise:
    https://www.volksbuehn...

    1. Hauke Friederichs
      Hauke Friederichs · Erstellt vor 8 Tagen ·

      Danke für den Hinweis – die Lektüre soll sich lohnen.

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