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Buchreview: Ein US-Stratege über die Verteidigung Taiwans

Lars Hauch
Researcher. Schwerpunkte: Mittlerer Osten, insbesondere Syrien.
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Lars HauchFreitag, 12.11.2021

Deutschland wurde am Hindukusch verteidigt und die USA an der Straße von Taiwan. Oder so. Zumindest müsse eine chinesische Invasion Taiwans um jeden Preis verhindert werden, um die US-Hegemonie in Asien zu bewahren. Ansonsten könne es mit dem US-Empire schnell bergab gehen. Das Kalkül dahinter und weshalb eine chinesische Eskalation Teil des Plans ist, beschreibt Elbridge Colby in seinem neuen Buch „The Strategy of Denial“. Colby ist einer der Autoren der Nationalen Verteidigungsstrategie von 2018, die maßgeblich die Weichen für eine Ausrichtung der USA in Richtung Asien stellte. Aris Roussinos hat das Buch im gepiqden Essay freundlicherweise reviewed.

Warum Asien? Colby erteilt dem ideologischen Dogma hinter amerikanischer Außenpolitik seit Ende des Kalten Krieges eine Absage. Liberalismus zu verteidigen und Demokratie in die Welt zu tragen, sei ein nicht umsetzbares Großprojekt. Den USA stünden begrenzte Ressourcen zur Verfügung und die gelte es effizient zu nutzen. Colby denkt wie ein klassischer politischer Realist: Macht ist ein Nullsummenspiel, Asien der wirtschaftlich bedeutendste Raum, entsprechend müsse China in die Schranken gewiesen werden. Das ist allerdings in Anbetracht von Chinas wirtschaftlichem und militärischem Wachstum nicht so einfach.

Es gelte also, Hegemonie in Asien aufrecht zu erhalten. Konkret heißt das, eine multinationale Allianz anzuführen, die gemeinsam China entgegentreten kann. Wichtigste Komponenten dieser Allianz seien Japan, Indien, Südkorea, die Philippinen, Australien, Vietnam, Malaysia and Thailand. Im Kern gehe es aber um Taiwan. Die chinesische Übernahme von Taiwan zu verhindern bedeute, Chinas Expansion im Pazifikraum einen Riegel vorzuschieben und so die amerikanische Hegemonie zu wahren.

Colby geht fest von einer chinesischen Invasion aus. Niedrigschwelligere Maßnahmen könnten Taiwan nicht in die Knie zwingen, sondern würden China auf internationaler politischer Bühne isolieren. Eine chinesische Invasion gelte es physisch zu verhindern. Kurz gefasst: Jedes Schiff, das versucht überzusetzen, müsse versenkt werden. Die logische Folge wäre eine schrittweise Eskalation der Gewalt von beiden Seiten. Dieser Weg dürfe laut Colby nicht eingeschlagen werden, da China die USA einerseits langfristig ressourcentechnisch schlagen würde, andererseits schrittweise Eskalation zwischen Atommächten kein gutes Ende bereit halte.

Die USA sollten also klar machen, dass es ihnen nur um die Verteidigung Taiwans gehe. Entsprechend eingeschränkt wäre die militärische Kampagne. Dennoch kalkuliert Colby chinesische Vergeltung ein. Wahrscheinlich würden die Chinesen ein paar Militärbasen auf US-Territorium bombardieren. Wie die US-Öffentlichkeit auf solche Angriffe reagieren würde, müsse im Voraus bedacht werden.

Chinesische Angriffe begrenzten Ausmaßes passen insgesamt aber in Colbys Überlegungen. China sollte sogar zur Eskalation provoziert werden. Ein als Aggressor auftretendes Beijing würde die Amerikaner und ihre Bündnispartner einen. Angesichts einer internationalen Front würde China daraufhin den Ausgleich suchen und seine Expansionspläne zurückschrauben.

Colbyn reflektiere Risiken seiner Strategie, resümiert Roussinos. Die Problematik von Eskalationsspiralen, chinesische Kapazitäten, den sinkenden US-Einfluss auf globale Verbündete. Außer Acht lasse er jedoch die wohl größte Schwäche der US: ihre innere Konstitution.

Which actual or potential ally can be certain that an internally-divided America, whose chaotic politics is beamed daily across the world, has the solidarity and wherewithal to maintain even a limited shooting war at the other end of the world against the most powerful rival it has ever faced? How well-placed is 2021 America to walk such a narrow political, diplomatic and military tightrope, where the prospect of success is so slender, and where the risks of escalation are so great?

Ob die USA eine schlagkräftige Allianz in Asien zusammen halten können, sei die eine Frage. Doch ob das Amerika von heute intern in der Lage sei, einen potenziellen Konflikt dieses Ausmaßes zu schultern, sei die viel kritischere.

Buchreview: Ein US-Stratege über die Verteidigung Taiwans

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