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Reportagen und Interviews

Elisabeth Dietz
Redakteurin, Community Manager

An Literatur interessiert mich besonders, wie Mentalitäten und soziale Mechanismen sichtbar werden. Für das BÜCHERmagazin schreibe ich vor allem über Comics, Phantastik und digitale Literatur. Ich mag Konflikte, Tentakel und sprachliche Schönheit.

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piqer: Elisabeth Dietz
Mittwoch, 01.03.2017

Zu Abend essen mit dem Angstverkäufer

In der Welt von Alex Jones ist Hillary Clinton eine „elende, psychopathische Dämonin aus der Hölle“ und Bill Clinton ein Serienvergewaltiger, Impfungen lösen Autismus aus und Fluoride werden gezielt dazu eingesetzt, den IQ der Bevölkerung zu senken. Die Obama-Regierung reicherte Saftverpackungen mit Chemikalien an, um kleine Jungs schwul zu machen, erzeugte mit „Wetter-Waffen“ Tornados, um Städte zu zerstören und steckt außerdem hinter dem Anschlag auf den Pulse Nightclub in Orlando im Juni 2016. „Radikale muslimische Horden“ stehen kurz davor, in die USA einzufallen.

Alex Jones ist nicht irgendein Verschwörungstheoretiker. Sein YouTube-Kanal hat fast zwei Millionen Abonnenten, sein Online-Magazin Infowars wird monatlich von rund acht Millionen Menschen aufgerufen. Donald Trump trat 2016 in seiner Show auf und lässt sich regelmäßig von ihm beraten. Jones beschäftigt über sechzig Mitarbeiter und verdient viel Geld mit dem Verkauf von fluoridfreier Zahnpasta (120 ml für 14,95 Dollar), Wasserfiltern, schusssicheren Westen und Nahrungsergänzungsmitteln mit Namen wie „Super Male Vitality“.

„Jones ist nicht verrückt“, schreibt Veit Medick. „Er ist belesen, kann recherchieren und versteht etwas von internationaler Politik. Wenn das Mikrofon aus ist, doziert er manchmal so trocken, als wäre er ein Beamter der EU-Kommission. Wenn das Mikrofon an ist, schlüpft er in seine Rolle und wird zur Furie.“ Er hat den Propagandisten in dessen Studio besucht. Seine Analyse des Unternehmens Infowars vor der amerikanischen Medienlandschaft unter Trump ist beunruhigend. Das Abendessen, mit dem der Text abschließt, auch.

Der Blick hinter die Paywall kostet 39 Cent und lohnt sich.

Zu Abend essen mit dem Angstverkäufer
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