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Reportagen und Interviews

Hristio Boytchev
Journalist

Freier Journalist mit Fokus Wissenschaft, Medizin, Investigativ- und Datenjournalismus. Diplombiologe. Carl-Sagan-Preis der GWUP 2017, 3. Preis Wissenschaftsjournalist des Jahres 2016 „Medium Magazin“, Arthur F. Burns Fellow 2012 bei der „Washington Post“. Hinweise immer willkommen.

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piqer: Hristio Boytchev
Sonntag, 09.06.2019

Wer ist Rui Pinto, der mit Football-Leaks den Fußball veränderte?

Die Plattform Football-Leaks hat zahllose problematische Praktiken im europäischen Fußball offengelegt, an Medien wie z. B. den „Spiegel“ weitergeleitet und unter anderem dazu geführt, dass Ermittlungen gegen Cristiano Ronaldo wegen des Verdachts auf Vergewaltigung aufgenommen wurden.

Als wichtigste Person hinter dem Projekt wurde Anfang des Jahres der dreißigjährige Portugiese Rui Pinto festgenommen. Er bezeichnet sich als wahrer Sportfan, der die Korruption im Sport nicht mehr aushalten kann. Ein Hacker sei er nicht, er habe Quellen, die ihm das Material zugespielt hätten. Er sei ein ganz normaler Computeranwender.

Dieses Porträt im New Yorker, das Pinto näherkommt, als alles, was ich bisher über ihn gelesen habe, weckt Zweifel an dieser Darstellung. 

Ein ehemaliger Lehrer kommt etwa zu Wort:

When I asked Falcão whether he agreed with Pinto’s description of himself as a normal computer user, he said, “No,” and then repeated the word eight times.

Dieser Punkt wird wohl in dem Gerichtsverfahren geklärt, das Pinto nun in Portugal erwartet. Zweifellos bleiben die Verdienste des Projekts und der investigativen Recherchen, die auf den Terrabytes geleakten Materials aufbauen. 

Was genau Pintos Motive gewesen sind, bleibt indes noch unklar. Im Artikel wird etwa eine Episode mit einer versuchten Erpressung mit den Daten beschrieben, die Pinto aber damit erklärt, er wollte testen, ob die Dokumente auch echt gewesen seien.

Am Ende ist seine hehre Intention trotzdem noch glaubwürdig.

I once asked Pinto whether he was an idealist, and he surprised me by seeming not to know the word. We were in his apartment in Budapest. He opened a laptop and looked it up. “A person who is guided more by ideals than by practical considerations,” Pinto read from the screen. “Utopian, visionary, wishful thinker, fantasist, fantasizer, romantic, romanticist, dreamer.” It was enough. “Maybe this word applies to me. Maybe, yes.”
Wer ist Rui Pinto, der mit Football-Leaks den Fußball veränderte?
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