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Dienstag, 13.06.2017

Sex, Lügen und Youtube

Wer Italien kennt, kennt diese Wahrheit: „Das Verhältnis zur Sexualität in Italien ist unglaublich krankhaft." Ausgesprochen hat sie Roberto Saviano, der jede Wahrheit ausspricht, egal wie schrecklich, schamhaft oder tödlich sie ist.

Schrecklich, schamhaft und tödlich war das Schicksal von Tiziana Cantone, aber nicht wegen etwas, das sie getan hätte. Und es macht wütend, dass das überhaupt noch betont werden muss.

Tiziana Cantone hatte Sex. Videos davon tauchen im Internet auf. Kurze Zeit später kennt ganz Italien sie. Unvorstellbares geschieht: Die Klatschpresse stürzt sich auf sie. Tiziana wird im Fernsehen verhöhnt. Fußballstar Paolo Cannavaro parodiert sie in einem Video. Das Internet tut, was es am besten kann: einen echten, komplizierten Menschen in einen digitalen Boxsack verwandeln, in den jeder reinschlagen darf. Dafür sorgen, dass diese schlimmste Zeit eines menschlichen Lebens niemals vergessen wird.

Wir haben kurz überlegt, ob wir diese Geschichte wirklich empfehlen wollen. Ist die genaue Beschreibung der Videos gerechtfertigt, die zur Munition gegen eine Frau wurden? Oder beuten wir sie weiter aus? Doch die Wahrheit ist: Nichts, was in diesen Videos geschieht, ist schandhaft. Schandhaft ist die Zerstörung einer jungen Frau, die diese Scham nicht überlebt hat. Und schandhaft ist das, was danach passiert ist.

Sex, Lügen und Youtube
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