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Reportagen und Interviews

Alexander Krützfeldt
Straßenpiqer

Alexander Krützfeldt ist freier Journalist und Buchautor. Mehr ist er nicht.

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piqer: Alexander Krützfeldt
Mittwoch, 09.03.2016

"Rebellion ist rechts!"

Friedemann Karig hat für jetzt.de ein Porträt über Sven Tritschler geschrieben, der die Jugendorganisation der AfD führt.

Über Tritschler, den er zu einer Rede nach Düsseldorf begleitet, schreibt Karig:

"Tritschler, dunkler Anzug mit blauer Krawatte, stellt sich ans Rednerpult. Über seinem massigen Körper schwebt ein Gesicht wie ein freundlicher Mond."

Das zugleich schönste Bild dieses sehr guten Textes. Und das passendste. Aber: Keine Spoiler an dieser Stelle! Nur so viel: Die Jugendorganisation "Junge Alternative" (JA) sei "die bessere AfD", sagt Tritschler.

Sie halten sich für Punk, sagt Karig.

Ich finde: Das sollte man gelesen haben.

"Rebellion ist rechts!"
8,2
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Kommentare 9
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · vor mehr als einem Jahr

    Dazu passend von Michael Seemann heute: "Pegida ist unser arabischer Fühling." Well done, deutsches Internet!
    www.ctrl-verlust.net/das-inter...

  2. Georg Wallwitz
    Georg Wallwitz · vor mehr als einem Jahr

    Ich meine mich an einen Essay von Durs Grünbein zu erinnern aus den frühen 90er-Jahren, worin er sinngemäß geschrieben hat, dass man die Erwachsenen doch nur noch schocken kann, wenn man Neonazi oder Skinhead oder etwas ähnliches ist. Der linksliberale/bürgerliche Mainstream hat sich längst an Nackte auf den Bühnen, an Schwule in der Regierung und an uneheliche Kinder gewöhnt. Da regt sich niemand mehr auf. Provozieren lässt sich der Mainstream nur von rechts außen. Und der Mainstream findet sich durchaus bei Piqd wieder.
    Die Frage ist heute wie damals, ob man sich von den jungen Rechten provozieren lässt. Auch damals (es ging gegen die Jugoslawien-Flüchtlinge) ist das Abendland nicht untergegangen und der Spuk war bald wieder vorbei. Solange es der AfD nicht gelingt, aus der Protestparteien-Ecke herauszukommen, würde ich davon ausgehen, dass sie verblasst. Entweder sie passt sich an - wie weiland die Grünen von links - oder sie vergeht.

    1. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor mehr als einem Jahr

      Ich kann mich an vieles erinnern, das als "neuer Punk" herhalten musste: Startup-Gründer, Kopftücher, Biedermeier. Der Punk-Vergleich sollte spätestens ab jetzt mit einem handschriftlichen Transkript sämtlicher The Exploited-Texte sanktioniert werden.

    2. Leopold Ploner
      Leopold Ploner · vor mehr als einem Jahr

      "Entweder sie passt sich an - wie weiland die Grünen von links - oder sie vergeht." Das ist vermutlich richtig, aber die Grünen haben sich nicht nur angepasst, sondern in diesem Prozess auch unsere Gesellschaft verändert. Das gleiche könnte - von rechts her - auch der AfD gelingen.

    3. Marcus Ertle
      Marcus Ertle · vor mehr als einem Jahr

      @Leopold Ploner Ich glaube dafür fehlt es der AfD an intellektueller Substanz. Damit will ich nicht sagen, dass die Mitglieder dumm sind, aber um eine Gesellschaft nachhaltig zu verändern, nicht nur im Sinne einer destruktiven Kraft, braucht es auch Inhalte. Ich würde die AfD viel eher mit den Republikanern vergleichen, die in den 80ern und Anfang der 90er ähnliche Erfolge hatten, wie die AfD. Aber niemals war eine Mitgliedschaft bei den Republikanern für junge, gut gebildete, aufbegehrende, progressive Menschen auch nur ansatzweise attraktiv. Nur weil der Mainstream eher mitte-links ist, ist es eben noch nicht so, dass radikaler Nonkonformismus von Rechts attraktiv sein könnte. Schon aus rein ästhetischen Gründen nicht.

    4. Georg Wallwitz
      Georg Wallwitz · vor mehr als einem Jahr

      @Marcus Ertle Der innere Widerspruch der AfD (Wir wollen das Land verändern, damit sich nichts verändert) funktioniert in der Theorie vermutlich besser als als in der Praxis.
      Deutschland verändert sich, durch die Flüchtlinge, durch den Aufstieg Asiens, durch neue Technologien, vielleicht sogar durch die AfD. Überall Neuland! Zukunftsfähige Parteien werden damit umgehen müssen.

    5. Marcus Ertle
      Marcus Ertle · vor mehr als einem Jahr

      @Georg Wallwitz Ja, man kann die AfD natürlich nicht als isoloiertes Phänomen betrachten. Es ist eine Protestpartei. Die Frage ist, ob sie das gesellschaftliche Klima nachhaltig verändert. Ich meine: das hat sie bisher nur bedingt. Denn das, wofür sie steht, war ja vorher schon da. Das wütende (Klein-)bürgertum, das eben nicht laut sagte, was es denkt. Einstweilen ist es einfach eine Partei mehr in den Parlamenten und bei den Republikanern und der NPD hat man schnell gesehen, wie wenig sie inhaltlich und personell anzubieten haben.

    6. Georg Wallwitz
      Georg Wallwitz · vor mehr als einem Jahr

      @Marcus Ertle Und so gesehen ist es vielleicht auch nicht schlecht, dass es die AfD gibt. Hier werden Meinungen und Überzeugungen in den demokratischen Willensbildungsprozess eingearbeitet, die vorher draußen bleiben mussten.
      Unterschwellig ist halt immer die Angst dabei, dass die Grenzen, die dem demokratischen Prozess vom Grundgesetz gesetzt werden, irgendwann gerissen werden, dass es (wie jetzt anscheinend in Polen und Ungarn) irgendwann dem Rechtsstaat (im Namen eines als Demokratie getarnten Populismus) an den Kragen geht.

    7. Marcus Ertle
      Marcus Ertle · vor mehr als einem Jahr

      @Georg Wallwitz Ja, die Gefahr sehe ich durch die AfD aber nicht. Die deutsche Gesellschaft ist ja sehr gemäßigt. Du hast in den Eliten im Grunde keinen Extremismus.