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Reportagen und Interviews

Marcus Ertle
Journalist

Marcus Ertle arbeitet als Journalist mit den Schwerpunkten Interviews und Reportagen.

Ertle studierte Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft.
Seine Texte erscheinen hauptsächlich bei GALORE, Krautreporter, jetzt.de und der Süddeutschen Zeitung.

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piqer: Marcus Ertle
Freitag, 29.04.2016

Paul R. Ehrlich zu Überbevölkerung - zwischen Apokalypse und Hoffnung

Weltuntergang zum Wochenende. Ist das unpassend? Irgendwie schon, aber es gehört ja zur Natur der Apokalypse, dass sie immer sehr ungelegen kommt. Die Frage wann und wie die Welt oder die Menschheit untergehen wird, bleibt trotzdem spannend. Dementsprechend interessant ist das NZZ-Interview mit dem  amerikanischen Biologieprofessor Paul R. Ehrlich. Dieser beschwört seit bald 50 Jahren die Apokalypse aufgrund der Überbevölkerung.

Die gute Nachricht : Er geht nicht davon aus, dass die Spezies Mensch ausgelöscht werden wird.

Die schlechte Nachricht: Die Zivilisation wird laut Ehrlicher während des 21. Jahrhunderts wahrscheinlich an der Überbevölkerung zugrunde gehen.

Doch es gibt einen Funken Hoffnung: mit gezielten zivilsatorischen Maßnahmen ließe sich das Bevölkerungswachstum unter Kontrolle bringen. Mehr dazu im Interview selbst.

Vorab das hübsche Schlusswort des Professors:

„Wenn ich keine Hoffnung mehr hätte, dann würde ich auch keine Journalisten mehr mit meinen Thesen quälen.“

 Paul R. Ehrlich zu Überbevölkerung - zwischen Apokalypse und Hoffnung
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Kommentare 7
  1. Rico Grimm
    Rico Grimm · vor mehr als einem Jahr

    Ehrlich hat 1968 behauptet, dass die Erde an Überbevölkerung zu Grunde gehen würde. Damals lebten 3,5 Milliarden Menschen auf dem Planeten. Heute sind es mehr als doppelt so viele und die Menschheit gibt es immer noch. Im Interview selbst wird klar, wie Ehrlich lavieren und sich strecken muss, um seine These zu verteidigen. Er bringt unter anderem Atombomben ins Spiel. Klar, die sind gefährlich. Aber mal genau betrachtet: Was haben Atombomben mit Überbevölkerung zu tun?

    1. Marcus Ertle
      Marcus Ertle · vor mehr als einem Jahr

      Hm, ich finde nicht, dass er sehr laviert. Deine Einwände, die der Interviewer übrigens exakt so auch bringt, beantwortet Ehrlich zum Beispiel mit der Grünen Revolution. Was die Atombombe angeht, da erklärt er sehr schlüssig, dass eine Atombombe, oder auch eine Dürrekatastrophe bei einer so großen Erdbevölkerung einfach extremere Auswirkungen auf die komplexe Infrastruktur hätte, die zur Versorgung dieser Bevölkerung notwendig ist.

    2. Rico Grimm
      Rico Grimm · vor mehr als einem Jahr

      @Marcus Ertle Es geht darum, dass er verschweigt, dass es uns sehr gut gelungen ist, 7,5 Milliarden Menschen zu ernähren und es wird der Menschheit auch sehr gut gelingen, 10 Milliarden zu ernähren, ohne dass wir irgendjemanden einbläuen müssen, nur ein Kind zu bekommen.

      Es gibt wirklich genug Ideen, ein paar werden sich schon durchsetzen. Ehrlich in den 1960er Jahren nicht absehen, was die Grüne Revolution leisten wird. Er kann jetzt nicht absehen, was andere, im Entstehen begriffene Technologien leisten werden. Mehr hier: krautreporter.de/606--was-...

    3. Rico Grimm
      Rico Grimm · vor mehr als einem Jahr

      @Rico Grimm Nachtrag: Uns ist es in der Summe gut gelungen, 7,5 Milliarden Menschen zu ernähren. Es gab natürlich einzelne Hungerkatastrophen, aber keine davon erreichte ein globales Ausmaß.

    4. Marcus Ertle
      Marcus Ertle · vor mehr als einem Jahr

      @Rico Grimm Ich muss auch hier bisschen widersprechem. Er sagt ja nicht, dass wir in den kommenden 10 Jahren aussterben. Er sagt, dass es wahrscheinlich ist, dass in den kommenden 984 (!) Jahren die Zivilisation zusammenbrechen könnte. Und das nicht allein wegen Überbevölkerung , sondern wegen anderer Faktoren, die durch die zusätzliche Wirkung entfalten könnten, nicht müssen, könnten. Und das ist keine absurde Theorie. Er sieht aber auch Chancen und Gründe für Hoffnung.

    5. Rico Grimm
      Rico Grimm · vor mehr als einem Jahr

      @Marcus Ertle Er sagt: "In einem Interview sagte ich 2011, es bestehe eine Chance von 10 Prozent, dass unsere Zivilisation das 21. Jahrhundert überleben werde. Das war zu optimistisch. Der Kollaps wird vermutlich innerhalb der nächsten Jahrzehnte erfolgen."

      Ähem.

      Und in 984 Jahren ist die Menschheit auf dem Mars, tendenziell ein paar Galaxien weiter. Apokalypse verschoben.

    6. Walter Malischek
      Walter Malischek · vor mehr als einem Jahr

      @Rico Grimm Dann reden wir einfach auf dem Mars weiter drüber