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Reportagen und Interviews

Alexandra Endres
Journalistin
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piqer: Alexandra Endres
Sonntag, 04.03.2018

Pablo Escobar ist schon lange tot – sein Erbe aber noch ganz schön lebendig

Vor 25 Jahren wurde Pablo Escobar, Chef des Medellín-Kartells, von der Polizei erschossen. Manche in Kolumbien verehren den Drogenboss und Mörder immer noch als Helden, trotz seiner Verbrechen. Durch die Netflix-Serie "Narcos" ist seine Popularität zuletzt noch gestiegen – nicht unbedingt zur Freude von Escobars Opfern und ihren Angehörigen (und vieler Politiker in Medellín. Denn die arbeiten mit viel Geld und Einsatz daran, der Welt zu zeigen, wie sehr sich ihre Stadt zum Guten gewandelt hat).

Jon Lee Anderson, Reporter des New Yorker, war zu Besuch in Medellín und schreibt über das mindestens ambivalente Verhältnis der Stadt und ihrer Bürger zu Pablo Escobar – und darüber, welches Erbe der Kartellchef hinterlassen hat. Das ist lesenswert, denn vieles, was Anderson beschreibt, kommt nicht nur in Kolumbien vor, sondern so gut wie überall: Zum Beispiel, dass gewalttätige Outlaws eine morbide Faszination auf so viele Menschen ausüben.

No one disputes that Pablo Escobar was a murderer, a torturer, and a kidnapper. But he was loved by many in Medellín...

Ein geliebter Mörder? Wie passt das zusammen? Anderson schreibt, Escobar habe sich als eine Art Robin Hood für die Armen gesehen. Er baute Fußballplätze in den Slums von Medellín, schenkte den Leuten Häuser und sorgte für die Straßenbeleuchtung.

Aber da war noch mehr. Anderson lässt Gabriel García Márquez beschreiben, welche Faszination von dem Drogenboss ausging:

At the height of his splendor, people put up altars with his picture and lit candles to him in the slums of Medellín. It was believed he could perform miracles. No Colombian in history ever possessed or exercised a talent like his for shaping public opinion. And none had a greater power to corrupt. The most unsettling and dangerous aspect of his personality was his total inability to distinguish between good and evil.

Und er zitiert den Journalisten Alonso Salazar, der eine Biographie über Pablo Escobar verfasst hat und der Meinung ist, Escobar sei so etwas wie ein Spiegel der kolumbianischen Gesellschaft gewesen:

Salazar suggested that he had merely been a conduit for the country’s bigotry and violent impulses. “The Escobar story calls into question Colombia’s entire society—its political and economic elites, and the armed forces—as to the coherence of our state and our capacity to build a nation where it is possible for everyone to live dignified lives,” he wrote.

Salazars Escobar-Biographie wurde später verfilmt. Eine Produzentin war Juana Uribe, deren Mutter von Escobars Leuten entführt und deren Onkel von ihnen ermordet wurde.

Uribe bemoaned the appeal of antiheroes: "People love bandits, no matter what we do." (...) In a profoundly unequal country, Escobar represented a form of economic mobility. “When there are no regular paths to get out of where you are, the bandit is the one who makes it—the one who can jump ahead,” Uribe said.

He also appealed to a perverse sense of patriotism. The oath of Los Extraditables—“Better a tomb in Colombia than a cell in the United States”—resonated with Latin Americans sensitive about Yankee intervention.

Was bleibt? Das Gefühl, alles sei erlaubt, solange es einen voranbringt. Medienexperte Omar Rincón:

“We live the culture of drug trafficking, in aesthetics, values, and references. We are a nation that took on the narco idea that anything goes if it will get you out of poverty: some tits, a weapon, corruption, trafficking coca, being a guerrilla or a paramilitary fighter, or being in government"

Pablo Escobar ist schon lange tot – sein Erbe aber noch ganz schön lebendig

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