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Reportagen und Interviews

Maximilian Rosch
Online-Redakteur und Community-Manager bei piqd

Seit März 2017 für piqd in Berlin. Kommunikationswissenschaft und Ökonomik in Münster.

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piqer: Maximilian Rosch
Mittwoch, 05.12.2018

"Ost" und "West", (warum) gibt's das noch?

Sophie Passmann lästert in einem Text über Eisenach, nachdem sie dort wegen des Sturmtiefs "Friederike" strandete. Die in Magdeburg geborene ZEIT-Redakteurin Valerie Schönian ärgerte sich darüber und bat sie um ein Gespräch. Titel des Interviews: "Ich dachte immer, das sei vorbei."

Zu den Wahrnehmungsunterschieden zwischen "Ost" und "West" gibt es bereits einge (gute) Beiträge auf piqd. Passmann schrieb in ihrem Text:

Meine Vorurteile gegen Ostdeutschland sind völlig unberührt von der Tatsache, dass die Mauer mittlerweile schon länger weg ist, als sie jemals stand. Die Wende ist, genau wie die DDR-Zeit, für mich und alle Menschen in meinem Alter abstrakt. 
Lediglich ein paar Fakten habe ich im Studium über den Osten gelernt: hoher Niedriglohnsektor, hohe Jugendarbeitslosigkeit, hohe Wahlergebnisse für rechtsextreme und -populistische Parteien, ...

Klingt erstmal wie eine Mischung aus Ignoranz und Arroganz, die auch ich aus vielen Gesprächen kenne. Dies gesteht sie auch ein. Schönian lädt sie schließlich nach Magdeburg ein, wo die beiden weiter über die Vorurteile und natürlich die AfD diskutieren. Am Ende sagt Schönian:

Manchmal frage ich mich, ob es eigentlich gut ist, diese Ost-West-Sache ständig zu thematisieren. Ich weiß ja auch: Immer, wenn man einen Unterschied benennt, reproduziert man ihn. Aber in Gesprächen wie unserem heute denke ich wieder: Doch, wir müssen weiter darüber reden.

Zweimal zieht Passmann den Vergleich zum Sexismus, der ganz gut passt, wie ich finde. Hier wie dort müsse man "anerkennen, dass es noch Unterschiede gibt".

Jetzt ist für mich die Einsicht wichtig: Ja, ich habe Vorurteile! Lasst uns das benennen und gemeinsam daran arbeiten. Dann klappt das auch mit der Wiedervereinigung.

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