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Reportagen und Interviews

Dmitrij Kapitelman
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piqer: Dmitrij Kapitelman
Samstag, 27.08.2016

Ein Portrait des Todes — voller Leben

Als ich mich 2010 für die Aufnahmeprüfung an der Deutschen Journalistenschule vorbereitete, arbeitete ich die nachrichtlichen Tagesprotokolle des laufenden Jahres durch — auch die internationalen. Dabei fiel mir auf, wie unfassbar regelmäßig Terroranschläge im Irak verübt werden. Und wie wenig Gewicht sie in der westlichen Berichterstattung einnehmen.

Sechs Jahre später hat der Bluthunger des sogenannten Islamischen Staates dazu geführt, dass die berstende irakische Totenfrequenz noch einmal gestiegen ist. Was dazu führt, dass die Gräber knapp werden. Aus früher etwa 100 zu bestattenden Leblosen sind heute 200 geworden. Der Preis für eine Ruhestätte hat sich verdoppelt. Zumindest ist es so auf dem Wadi Al-Salam bei Nadschaf, dem größten Friedhof der Welt. Von diesem Ort erzählt die Fotoreportage, festgehalten von Alaa Al-Marjani, die ich empfehlen möchte.

Berührende, tief menschliche, auf morbide Weise sogar poetische Aufnahmen eines traurigen Ortes — der doch voller Leben ist. Und die verletzliche Seite eines Landes porträtiert, an dessen Verstümmelung wir uns alle mit den Jahren gewöhnt haben.

Ein Portrait des Todes — voller Leben
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