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Reportagen und Interviews

Christian Gesellmann
Autor und Reporter
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piqer: Christian Gesellmann
Samstag, 17.09.2016

Ein Amerikaner im Tal der Ahnungslosen

Dass Dresden ein Problem mit seiner Geschichte hat, ist bekannt. Jedes Jahr Mitte Februar schweigen und frösteln die einen kerzen- und händchenhaltend in der Altstadt und im Disney-Dom Frauenkirche und die anderen wollen, dass „man das endlich mal sagen darf, hier, dass mir och Opfer warn!”

Leute, die sich nicht lang genug konzentrieren können, um ein Lustiges Taschenbuch zu Ende zu lesen, wollen auf einmal in der Lage sein, die politisch geleitete Fehlinterpretation historischer Fakten zum Zweiten Weltkrieg offen zu legen, und Piratinnen wollen den Diskurs über die Kriegsschuld anregen, in dem sie ihre Brüste freilegen.

Die sächsische Polizei nimmt Pfarrer fest, die Nazis aufhalten wollen und wird vor Gericht der Falschaussage überführt und der Pfarrer kriegt trotzdem seine Strafe, während Dresdner Mädchen für den Frieden stricken. Nee, Dresden ist nicht normal, ganz bestimmt nicht.

Manchmal tut es gut, sich Deutschland mit den Augen eines Fremden anzuschauen. Und niemand hat das in den letzen Jahren gewinnbringender getan als George Packer. Für den New Yorker hat er bereits das ultimative Merkel-Portrait geschrieben. Darin beschreibt er auch, wie einzigartig offen der Umgang der Deutschen mit ihrer Nazi-Vergangenheit ist — zumindest in Berlin.

In diesem Artikel widmet er sich allerdings Dresden, der Geschichte seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Bomber, Geschichtsrevisionismus im „Tal der Ahnungslosen" und dem von Daniel Libeskind entworfenen Anbau zum Militärhistorischen Museum. „You can’t be neutral in these spaces”, zitiert Packer den Architekt. Das trifft auch auf diese Reportage zu.

Ein Amerikaner im Tal der Ahnungslosen
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