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Reportagen und Interviews

Die Wahrheit über Pinocchio

Christian Gesellmann
Autor und Reporter

Geboren 1984 in Zwickau, Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Germanistik in Jena und Perugia. Volontariat bei der Tageszeitung Freie Presse, anschließend zweieinhalb Jahre als Redakteur in Zwickau. Lebt als freier Autor in Leipzig und Bukarest. Quoten-Ossi bei Krautreporter.

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Christian GesellmannMontag, 27.06.2022

Wer hätte gedacht, dass hinter Pinocchio, dem Zeichentrickfilm, der mich als Kind am meisten erschreckt hat, so viel mehr steckt? Zum Beispiel die Geschichte von Carlo Collodi, dem Autor des Romans "Die Abenteuer des Pinocchio" (1883), auf dem der legendäre Disney-Film aus dem Jahr 1940 basierte. Collodi wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und konnte nur durch einen glücklichen Zufall eine gute Ausbildung erhalten. Er kämpfte in den 1800er Jahren im Risorgimento, der Bewegung, die die italienische Halbinsel von ausländischer Einmischung befreien und zu einem einzigen Staat vereinen wollte. Als Ergebnis dieser Bewegung wurde das Königreich Italien gegründet, und es begannen die Bemühungen, die verschiedenen italienischen Regionen, in denen die Menschen unter anderem Dialekte sprachen, tatsächlich zu vereinen. Obwohl, oder vielleicht gerade weil, er mit dem Ergebnis des Risorgimento nicht zufrieden war - König Viktor Emanuel II. galt als schwach und interessierte sich mehr für die Reichen als für die Millionen armer Menschen - begann Carlo Collodi, für Kinder zu schreiben, um die Bevölkerung des neu gegründeten Landes zu erziehen und eine einheitliche italienische Sprache zu etablieren. So wurde "Die Geschichte einer Marionette" zunächst als Fortsetzungsgeschichte in einer Kinderzeitung veröffentlicht. Außerdem war Pinocchio politisch:

"Es ist behauptet worden, dass Pinocchio mit seinen neu gestalteten Teilen, die hin und her wackeln, Collodis Symbol für sein Heimatland war, das zwar vereinheitlicht ist, aber in Wirklichkeit lokal regiert wird und nicht durch vereinbarte, geschweige denn gerechte Gesetze. In dem Buch gibt es keinen einzigen Beamten - Polizist, Gefängniswärter, Richter -, der nicht entweder dumm oder korrupt oder beides ist. Als Pinocchio sich bei den Behörden beschwert, dass der Fuchs und die Katze sein Geld gestohlen haben, kommt die Polizei und verhaftet nicht den Fuchs und die Katze, sondern Pinocchio."

Der "all-new live action movie" Pinocchio, mit Tom Hanks als Geppetto, erscheint übrigens im Herbst diesen Jahres. Den kann man sich dann auf Disney+ nicht angucken, wär meine zweite Empfehlung des Tages, nachdem ich den Trailer auf Youtube gesehen habe. Also besser diesen nicht nur informativen, sondern auch wunderschön geschriebenen Text von Joan Acocella lesen, der auch noch wirklich märchenhaft illustriert ist von Irene Rinaldi.

Die Wahrheit über Pinocchio

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Kommentare 1
  1. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · vor 3 Monaten

    wieso kann man sich das auf Disney+ "nicht angucken"?

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