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Reportagen und Interviews

Der russische Angriffskrieg wird mindestens zwei, drei Jahre dauern

Charly Kowalczyk
journalist
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Charly KowalczykFreitag, 26.08.2022
Eben hörte ich im Deutschlandfunk ein 15-minütiges Interview. Sehr anregend. Der russische Oppositionelle Leonid Wolkow ist politischer Direktor der von Alexei Nawalny gegründeten Anti-Korruptions-Stiftung. Wolkow hat ein Buch geschrieben, das im Oktober 2022 erscheinen wird: „Putinland. Der imperiale Wahn, die russische Opposition und die Verblendung des Westens“. Darin analysiert er die Entwicklung von Putins Aufstieg bis zum Ukraine-Krieg. Außerdem erzählt er im Interview ein wenig von seiner Arbeit. Im Augenblick arbeitet die Stiftung in Vilnius, in Litauen. Zwischen 12 und 15 Millionen Leute würden sie monatlich mit ihrem YouTube-Kanal in Russland erreichen. Aber in der Hauptsache geht es bei dem Gespräch um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Um die Opposition in Russland. Um Nawalny. Um die Perspektive nach dem Krieg. Und auch ob Putin den Angriffskrieg politisch überleben würde. Interessant war auch seine Meinung, welche Folgen der Mord an Daria Dugina für die Elite Russlands hat:


"Ich bin ein bisschen überrascht, dass das nicht früher passiert ist, weil okay, zirka zwei Millionen ukrainische Staatsangehörige wohnen jetzt in okkupierten Ländern. Hunderttausende davon haben alles verloren. Ihre Häuser sind zerstört und Verwandte wurden ermordet. Zehntausende davon sollen darüber nachdenken, wie sie eigentlich Rache üben könnten, und es kann auch sein, dass solche Bombenangriffe und Terroranschläge sich wiederholen werden. Und ja, das sendet auch ein sehr wichtiges Signal an die russischen Eliten, weil die können sich nicht sicher fühlen, sogar in Moskau.

Was mit Daria Dugina passiert ist, das wissen wir noch nicht. Wir haben ja keinen Grund, dem FSB, dem Sicherheitsdienst zu trauen. Aber was wir sicher sagen können, dass alle Kriegsverbrecher Putins sich jetzt sehr unruhig fühlen, und das ist auch gut so."

Leonid Wolkow befürchtet, dass der Krieg mindestens zwei bis drei Jahre dauern wird. Aber auch, dass es keinen Sinn hätte, einen (nie ganz eingehaltenen) Waffenstillstand zu schließen, der Ähnlichkeiten hat mit dem nach der Annektion der Krim und eines Teils der Ostukraine. Seine Befürchtung ist, dass so einen Waffenstillstand Putin nur dazu motivieren würde, das nächste Mal noch brutaler die Armee in die Ukraine oder anderen Nachbarstaaten einmarschieren zu lassen.

Auch kann er sich nicht vorstellen, dass Putin eine Niederlage Russlands im Ukraine-Krieg politisch überleben wird. Wahrscheinlich würde es dann zu einer "Palastrevolution" kommen, die Elite wird Putin dann absetzen, an einen Volksaufstand glaube er allerdings nicht.

Spannend ist ja auch die Frage, ob es Sinn macht, russischen Bürgerinnen und Bürgern grundsätzlich kein Touristenvisum in die Europäische Union auszustellen. So wie es die baltischen Staaten, Polen und Finnland im Augenblick fordern. Auf eine entsprechende Frage des Moderators Moritz Küpper antwortet Wolkow ablehnend:

"Na ja. Putin würde alles nutzen für seine Propaganda. Propaganda braucht Nachrichten, um diese Nachrichten als Motoröl für die Propagandamaschine zu benutzen. Diese ganze Debatte, was man Touristen-Visa nennt, sind kurzfristige Visa, und normalerweise benutzen diese Visa nicht nur Touristen. Auch 95 Prozent von allen Journalisten und Aktivisten, die Russland in der letzten Zeit verlassen haben, haben auch diese kurzfristigen Touristen-Visa benutzt. Ein totaler Visa-Bann wäre sehr schlecht für sehr viele Leute, die überhaupt keine Putin-Unterstützer sind."

Der russische Angriffskrieg wird mindestens zwei, drei Jahre dauern

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