Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Reportagen und Interviews

Deine Korrespondentin
Digitales Magazin
Zum piqer-Profil
piqer: Deine Korrespondentin
Mittwoch, 05.06.2019

Behinderte Sportler in der Ukraine

In der Ukraine werden Menschen mit Behinderung noch immer an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Vor allem junge Frauen kämpfen dafür, dass sich das ändert: Sie schaffen neue Vorbilder. Korrespondentin Eva Steinlein hat zum Beispiel Daria Korschawina in Kiew getroffen. Sie ist die einzige Person mit Blindenstock, die dadurch im Gedränge durchaus auffällt. „Es ist ein Teufelskreis“, sagt die 27-Jährige, die seit ihrem zweiten Lebensjahr nicht mehr sehen kann: 

„Menschen mit Behinderung sind für die Gesellschaft unsichtbar, weil sie meist für sich bleiben. Sie sitzen zu Hause und haben Angst vor der Gesellschaft. Und die Gesellschaft hat Angst vor ihnen, weil sie sie nicht sieht und mit ihnen nicht umzugehen weiß.“

Die Vorstellung, dass alle Menschen in der Ukraine von Natur aus gesund und stark sind, stammt noch aus der Zeit der Sowjetunion. Menschen mit Behinderung wurden damals ein Leben lang in Heime gesperrt und durften nicht am Alltagsleben teilnehmen. Das von Körperkult geprägte Menschenbild ist noch heute präsent: Eine Behinderung sehen die meisten als Defizit, dessen sich die Betroffenen schämen sollten und das ein eigenständiges Leben unmöglich macht.

Dabei ist sich auch Viktoria Martschuk sicher, dass sie viel mehr behindert wird als behindert ist. Die 28-Jährige kam mit verkürzten Armen zur Welt und ist sechsfache amtierende Weltmeisterin und dreifache Europameisterin im Para-Taekwondo. Trotz der Geringschätzigkeit vieler Landsleute hat Viktoria Martschuk immer an sich selbst und ihren Erfolg geglaubt: „Ich habe gelernt zu überleben, ich habe gelernt, dass ich jedes Kreuz tragen kann. Ich kann alles schaffen, was ich in die Hände nehme“, sagt sie. 

Behinderte Sportler in der Ukraine
7,5
2 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Reportagen und Interviews als Newsletter.