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Pop und Kultur

Martin Böttcher
Journalist, Sammler
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piqer: Martin Böttcher
Dienstag, 09.07.2019

Warum wird Morrissey eigentlich mit Samthandschuhen angefasst?

Es ist schon seltsam: Morrissey, früher Sänger bei den so einflussreichen The Smiths, heute solo unterwegs, offenbart sich immer deutlicher als Anhänger der extremen britischen Rechten, aber bei uns in Deutschland interessiert das nur am Rande. Bzw. es werden Geschichten, die Morrissey zu entlasten scheinen, groß verbreitet, während Geschichten, die zeigen, dass Morrisseys Äußerungen nicht mehr akzeptabel sind, keine große Aufmerksamkeit bekommen. Mir kommt das so vor, als gäbe es eine gewisse "Beißhemmung", wenn es um den "großen" Mozzer geht (der einzige mir bekannte Musikjournalist, der nicht müde wird, auf die Abgründe Morrisseys hinzuweisen, ist Fabian Wolff).

Aber werden wir konkret: Der englische Singer-Songwriter Billy Bragg, bekannt für seine politische Haltung, hat in einem langen Statement bei Facebook geschrieben, warum er Morrissey für nicht mehr tragbar hält. Es hat unter anderem damit zu tun, was Morrissey mittlerweile für Videos teilt und auf welchen Seiten extremer Gruppen er sich offenbar mit "Informationen" versorgt. Das Interessante daran: Bei uns in Deutschland wurde weder groß über Morrisseys jüngste Aktivitäten noch über Billy Braggs Statement berichtet. Dafür griffen die Kollegen von der Musikpresse gerne Äußerungen von Brandon Flowers auf. Flowers, Sänger der Band The Killers, hält Morrissey nämlich wegen seiner musikalischen Größe immer noch für einen "König".

Nun ja, ein "König" ist der 60-jährige Morrissey ganz sicher nicht mehr. Für mich gehört er schon länger in die Kategorie "inakzeptabel". Ich will auch seine Musik nicht mehr hören, sie macht mir schlechte Laune. Ich muss nämlich jedes Mal, wenn sie irgendwo erklingt, an diesen Mann denken, mit dem es das Leben gut meinte, der seine privilegierte Stellung nun dafür nutzt, gegen ihn Unliebsame auszuteilen. 

Hier gepiqd jedenfalls ein ganz guter englischsprachiger Artikel im Guardian. Laura Snapes schildert den ganzen Fall.

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