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Pop und Kultur

Unproduktiv kreativ sein: Warum wir Gesellschaftsspiele brauchen

Jan Paersch
Autor für taz, NDR, DLF, Jazz Thing und andere
Zum piqer-Profil
Jan PaerschMittwoch, 05.01.2022

Seit 2014 gibt es in Berlin das Institut für Ludologie. Nie gehört? Der Name kommt vom "Homo Ludens", dem spielenden Menschen – das Institut widmet sich der Spielforschung. Begründung:

Demnach eignet sich der Mensch Wissen und Fertigkeiten nicht vorrangig arbeitend (Homo faber) oder denkend (Homo sapiens), sondern spielend an. ... Das Besondere des Spiels sei, dass hier der „Mensch auf unproduktive Weise kreativ“ ist.

Daniel Böldt widmet sich im gepiqden Artikel vorrangig den Gesellschaftsspielen – und erwähnt die Entstehungsgeschichte von Klassikern wie Skat oder "Mensch Ärgere dich nicht". Der deutsche Markt wächst jedes Jahr stärker – das hat mit Corona erst einmal gar nicht so viel zu tun. Ein Forscher bezeichnet Spielen als "anthropologische Konstante", vergleichbar mit dem Schlaf.

Bittere Erkenntnis übrigens für von Spielemuffeln geplagte Menschen: "Wer zum Spielen gezwungen wird, spielt eigentlich nicht".

Hier noch zwei persönliche Empfehlungen – Spiele, die mir diesen Winter große Freude bereiten und die man am besten mindestens zu viert spielt:

  • Skull King - ein typisches Stichspiel, ein Kartenspiel, bei dem man vor jeder Runde ansagt, wie viele Stiche man zu gewinnen glaubt. Alte Idee, großer Spaß, dank einfacher Regeln und viel viel Interaktion.
  • Azul - Spiel des Jahres 2018, wunderschön gestaltet, ein simples Legespiel, das ungeahnte Komplexität entfaltet – und süchtig macht.

Auf der Homepage des Instituts wird im Übrigen auch Sigmund Freud zitiert:

Der Heranwachsende hört also auf zu spielen, er verzichtet scheinbar auf den Lustgewinn, den er aus dem Spiele bezog. Aber wer das Seelenleben des Menschen kennt, der weiß, daß ihm kaum etwas anderes so schwer wird wie der Verzicht auf einmal gekannte Lust.


Unproduktiv kreativ sein: Warum wir Gesellschaftsspiele brauchen

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Kommentare 1
  1. Dennis Schmolk
    Dennis Schmolk · vor 7 Monaten

    Spannendes Thema, gerade auch im zeitlichen Wandel. Dass es nicht (allen) ums Gewinnen geht, sieht man finde ich auch schön daran, dass kooperative Spiele meinem Eindruck nach auf dem Vormarsch sind. Bis vor ca. 10 Jahren war ich mit meiner Liebe zu "Arkham Horror", einem kollaborativen Brettspiel in den Welten H.P. Lovecrafts, im Freundeskreis recht allein. Inzwischen habe ich das Gefühl, dass in Spielerunden mit passionierten Spielerinnen und Spielern fast nur noch Kooperatives gespielt wird: Pandemie, Andor, Herr der Träume haben Catan, Dominion und Monopoly verdrängt. Gar nicht zu reden von den Escape-Room-Games.

    Und die innere Komplexität von Spielen wird unfassbar groß, ich spiele momentan fast nur noch das Kartenspiel aus der Arkham-Horror-Reihe (ein Geldgrab!), und das verlangt von Spielenden eine Einarbeitung, die ich für meinen Brotjob nicht gewillt wäre, zu leisten ...

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