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Pop und Kultur

Frederik Fischer
Sub-, Pop- und Netzkulturkorrespondent
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piqer: Frederik Fischer
Donnerstag, 08.09.2016

The Birthday Party: Anfänge und Enden

Heute kommt die viel gelobte Nick Cave Dokumentation "One more time with feeling" in die Kinos. In dem Film geht es um die Umstände, unter denen das neue Album "Skeleton Tree" entstanden ist. Was nach Werbe-Vehikel klingt, ist aber letztendlich das genaue Gegenteil: Ein Ausweg aus der üblichen und qualvollen Platten-Promo. Der Film soll das einzige Statement zur neuen Platte bleiben. Keine Interviews, keine Social-Media-Verrenkungen, kein sonstiger Schmu, der die Verkäufe ankurbelt. Cave hat darauf nicht nur keine Lust (wie die meisten Musiker), es ist ihm schlicht nicht zumutbar. Denn die Platte ist vor dem Hintergrund des Todes seines 15-jährigen Sohnes Arthur entstanden. Im vergangenen Jahr stürzte dieser in Brighton von einem Cliff.  

Der Tod des eigenen Kindes ist wohl grundsätzlich die grausamste Erfahrungen, die Eltern im Leben machen können. In Cave's Fall wird die Tragik nun noch dadurch gesteigert (so dies denn möglich ist), dass er seiner eigenen Gesundheit lange Zeit mit wegwerfender Gleichgültigkeit gegenüberstand. Wie David Bowie und Iggy Pop musste er sich seine Berliner Jahre ('82 - '87) von Zeitzeugen erzählen lassen. Den eigenen Erinnerungen kann er kaum trauen. Zu viele Drogen gingen durch Adern, Nase, Rachen und Lunge. 

In dem piq geht es um diese Zeit und den Übergang seiner legendären ersten Band, The Birthday Party, zu dem, was Nick Cave and the Bad Seeds werden sollte und bis heute ist. 

Für den langen, unbedingt lesenswerten Text hat der Autor mit zahlreichen Wegbegleitern gesprochen (u.a. Mick Harvey, Henry Rollins, Flood), die den Wahnsinn dieser Jahre wieder zum Leben erwecken und staunen machen, dass Cave trotz (oder wegen?) dieses ganzen Elends und Leids nun schon seit 40 Jahren zuverlässig zeitlose Musik produziert. 

The Birthday Party: Anfänge und Enden
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