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Pop und Kultur

NFT-Hype: Hat die Kunstwelt die Blockchain verschlafen?

Fabian Peltsch
Musikjournalist

Fabian Peltsch lebt und arbeitet in Peking und Berlin und schreibt regelmäßig für Rolling Stone, Musikexpress, Mint, Gründerszene, RADII, Fluter und die Berliner Morgenpost. Er interessiert sich vor allem für globale Popkultur-Perspektiven jenseits von World-Music-Klischees.

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Fabian PeltschMontag, 15.03.2021

Am Donnerstag hat Christie's ein NFT-Kunstwerk des Digitalkünstlers Beeple für sagenhafte 69 Millionen Dollar versteigert. NFTs sind der Hype der Stunde. Sogar Techno-Innovator Aphex Twin hat einen NFT aufgelegt. Doch um was genau geht es hier?

NFT ist die Abkürzung für Non-Fungible Tokens: nicht austauschbare Token. Wer ein NFT kauft, kauft einen Token bzw. ein Objekt, das damit verknüpft ist. Das kann digitale Kunst sein, digitale Sammelkarten, Musik oder virtuelles Land (vor wenigen Tagen wurde etwa ein virtueller Landstrich im Sammelmonster-Spiel Axie Infinity für 1,5 Millionen US-Dollar verkauft). Das NFT ist auf der Blockchain gespeichert, es ist einzigartig, authentifiziert und fälschungssicher. Kurz: Ein NFT kann als Echtheitszertifikat für jede digitale Datei dienen.

Mit den NFTs ist digitale Kunst, für die es bisher nicht wirklich einen Markt gab, handelbar geworden. Auch der Amerikaner Mike Winkelmann alias Beeple, der auf Instagram 1,8 Millionen Follower:innen hat, spielte im klassischen Kunstmarkt bislang keine Rolle. "Die bisherigen Gatekeeper der Kunstwelt sind fassungslos", schreibt nun das Kunstmagazin Monopol. Handelt es sich vielleicht sogar um die lange übefällige Demokratisierung des elitären Kunstmarktes?

Den Follower:innen geht es um Teilhabe und Support wie Fans im Fußballstadion. Meist folgen sie den Künstler:innen schon seit Jahren, endlich können sie eine Arbeit besitzen und das für kleines Geld. Und das ist es vielleicht auch, was hier so neu und ungewohnt für Sammler:innen ist. Auf dem Kunstmarkt geht es um Beziehungen. Wer eine Arbeit kaufen will, die heiß ist, muss oft über langjährige Kontakte verfügen, es gibt Wartelisten, die Käufer:innen werden ausgewählt. Auf den Marketplaces kann jede:r Kunst kaufen und auf dem Secondary Market wieder verkaufen. Und das ist es, was es für Künstler:innen so attraktiv macht. Endlich hat virale Kunst einen Wert, der sich nicht mehr nur in Likes und Views bemerkbar macht. (...) Wenn jemand also ein Gemälde kauft und dann sagt: Hallo, das ist meins, das ist ein Original und keine Kopie!" – ist es in Ordnung? Wenn das aber jemand mit einem Meme macht, das eine Ikone in der Geschichte der Netzkunst beziehungsweise der Internetkultur ist, geht das gar nicht und ist schlichtweg Angeberei? Warum diese Verständnislosigkeit, wenn es um digitale Kunst geht?

Allein die Tatsache, dass Christie's mit im Boot war und ordentlich mitverdient hat, zeigt jedoch, dass die Sache doch nicht ganz so revolutionär abläuft. Die Verbrennung eines Banksy-Gemäldes und die anschließende Wiederbelebung als NFT, die das Blockchain-Start-up Injective Protocol vergangene Woche per Livestream übertrug, kann als bissiger Kommentar darauf bewertet werden. Auch sonst bleiben bis auf Weiteres viele Fragen offen:

Was macht man mit digitaler Kunst? Wie zeigt man seine Sammlung? Wie lange hält der Hype? Wann platzt die Blase? Was passiert, wenn die Kryptowährungen einbrechen? Wie reagieren Galerien? Was machen Künstler:innen, die nicht im Digitalen zu Hause sind? Fangen Museen an, NFTs zu sammeln? Reagiert der klassische Kunstbetrieb vielleicht nicht, weil die Qualität digitaler Kunst nicht gesehen wird? We’ll see.

NFT-Hype: Hat die Kunstwelt die Blockchain verschlafen?

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Kommentare 4
  1. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · vor 22 Tagen

    eigentlich macht ein solches Echtheitszertifikat (Non-Fungible Tokens)
    doch nur Sinn wenn Kopien von digitalen Werken davon "schlecht" gemacht würden - durch Qualitätsverlust oder Strich hindurch oder drüber gelegte Textzeile etc.

    interessanter Weise zeigt diese Überlegung aber auch, dass das Konzept Original/Kopie auch im alten Kunstmarkt so diffus ist und war: Kopie eines Picassos kann ja genauso (gut) aussehen wie das original. Nur durch Provienenz wird es "echt"...

  2. Maximilian Rosch
    Maximilian Rosch · vor 2 Monaten

    Verrückte Sache. Fynn Kliemann ist auch schon dabei: https://www.jinglebe.com/. Natürlich.

    1. Fabian Peltsch
      Fabian Peltsch · vor 2 Monaten

      Verrücktes Angebot, wüsste nicht, was ich mit einem "persönlichen" NFT-Jingle machen würde. Handy-Klingelton vielleicht?

    2. Maximilian Rosch
      Maximilian Rosch · vor 2 Monaten

      @Fabian Peltsch Ja, gute Frage. Oder den Sound für die nächste ikonische Applewerbung? Hier erklärt Fynn es ganz klein wenig https://www.instagram....

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