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Pop und Kultur

Edmund Epple
Plattenladenbesitzer, Kulturorganisator, Recommender
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piqer: Edmund Epple
Mittwoch, 18.04.2018

Läuft die Diskussion falsch?

Läuft die Diskussion über den ECHO, Farid Bang und Kollegah, Battle-Rap und Antisemitismus wirklich so falsch wie derzeit von unterschiedlichsten Seiten behauptet? Was Battle-Rap ist und wo er herkommt beschreibt anschaulich mit einfachen Worten mein piq auf watson.ch und gibt gleichzeitig Anstoß zum Weiterdenken

Dennis Sand fordert auf welt.de eine "faire Diskussion" über Kollegah und den Hip-Hop. Fair klingt immer gut, dazu braucht es aber ein Übereinkommen, was die Regeln betrifft.

In der Frankfurter Rundschau beschreibt Stephan Hebel den Tabubruch als Strategie. Aus seiner Sicht geht es aber nicht um Sprechverbote, sondern um die Übereinkunft dessen, was in einer Gesellschaft toleriert wird und was nicht. Kunstform hin oder her...

Die „Grenzen des Sagbaren“ ergeben sich aus einer Art Vereinbarung der Gesellschaft darüber, welchen (sprachlichen) Umgang miteinander, speziell mit Minderheiten, Verfolgten und Opfern, sie sich und besonders denjenigen zumuten will, die sich gegen Beleidigungen und Schmähungen am wenigsten wehren können.

Den direkt von Antisemitismus betroffenen Rapper Ben Salomo lässt die Berliner Morgenpost zu Wort kommen.

Warum der ECHO in diese Situation gerutscht ist, hat Jens-Christian Rabe in der SZ bereits vor der Verleihung beschrieben.

Es liegt eben in der Natur der Sache, dass jeder versucht, so viel Erfolg wie möglich mit möglichst einfachen Mitteln zu haben. In der Unterhaltungsbranche wird das besonders deutlich. Je einfacher gestrickt das Publikum, desto leichter ist es erreichbar. Das war bei der volkstümlichen Musik so, das ist auch bei Hip-Hop und anderen Genres so. Eine wichtige Frage wäre daher, warum ist denn das Publikum oft so simpel gestrickt?

Die Diskussion geht über einen popkulturellen Kontext weit hinaus. Daher kann sie derzeit gar nicht so falsch laufen. Die Diskussion selbst ist dabei aber kein Battle-Rap. Es schadet dabei sicher nicht, wenn alle Beteiligten davon ausgehen, dass die Welt eine sehr komplexe Angelegenheit ist.

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Kommentare 3
  1. Fabian Goldmann
    Fabian Goldmann · vor etwa einem Monat

    Zur Feststellung, dass die Welt eine sehr komplexe Angelegenheit ist, gehört aber auch, das Klischee vom "einfach gestrickten" Hip Hop-Hörer infragezustellen. Aber sonst schöner Piq und Danke für den Debattenüberblick.

    1. Edmund Epple
      Edmund Epple · vor etwa einem Monat

      gleich vorneweg: habe nicht gesagt, daß jeder Hip Hop Hörer einfach gestrickt ist. Ich bin ja selbst auch Publikum und wenn ich zurückblicke, war ich sicher in mancherlei Hinsicht auch schon bei den Einfachen dabei. Es gehört dazu, daß man sich selbst hinterfragt...und das was auf einen zukommt...

    2. Fabian Goldmann
      Fabian Goldmann · vor etwa einem Monat