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Jan Paersch
Autor für taz, Jazz Thing, Galore und andere
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piqer: Jan Paersch
Sonntag, 17.03.2019

Die schleichende Geiselnahme des Fußballs durch Wettanbieter

Zahlen, die zu denken geben. Drei Millionen Deutsche wetten regelmäßig auf S

#rtereignisse, geschätzt 500.000 davon legen ein problematisches Spielverhalten an den Tag. Jedes Jahr steigen die Wetteinsätze um 25 Prozent. 13 Fußball-Bundesliga-Clubs lassen sich von privaten Wettanbietern sponsern, in der englischen Premier League werben solche Unternehmen auf neun Trikots von insgesamt 20 Teams.

Tobias Haberl spricht (hier auf blendle) von einer schleichenden Geiselnahme des Fußballs durch "mehr oder weniger zwielichtige" Firmen und kritisiert, dass Profis, die niemals für Zigaretten werben würden, sich ohne Gewissensbisse für Sportwettenwerbung hergeben. Insbesondere Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn steht in seinem Fokus:

Sollte er in den nächsten Jahren Uli Hoeneß als Bayern-Präsident beerben, hätte es der Verein tatsächlich geschafft, einen leidenschaftlichen Zocker durch einen zu ersetzen, der andere zum leidenschaftlichen Zocken animiert.

Konkrete Beispiele für die Folgen von Spielsucht nennt Haberl auch, so die U19-Spieler von Hannover 96, die eine Spielothek überfallen wollten, um die Spielschulden des Mannschaftskapitäns auszugleichen.

Man muss gar nicht darüber spekulieren, wie viele Spiele manipuliert werden (...) und in welchem Umfang die Sportwettenfilialen zur Geldwäsche benutzt werden, es reicht, Psychologen zuzuhören, die seit Jahren mit Spielsüchtigen zu tun haben: Suizide, Raubüberfälle, Scheidungen, Privatinsolvenzen...

Besserung ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Künftig sollen private Wettanbieter reguliert werden, eine Reform der Glücksspielgesetze ist so gut wie beschlossen. "Tipico, Bwin, Xtip und zahlreiche weitere Wettbewerber, die den bislang unregulierten Markt unter sich aufgeteilt haben, hätten dann erstmals ein legales Angebot."

Die schleichende Geiselnahme des Fußballs durch Wettanbieter
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