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Pop und Kultur

Fabian Peltsch
Musikjournalist
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piqer: Fabian Peltsch
Montag, 16.04.2018

Der Cardi B-Effekt

2017 war das Jahr der Cardi B, schrieb der US-Rolling Stone im vergangenen November. Bei uns war die 1992 geborene Rapperin lange nur Thema in der Regenbogenpresse, nun ist sie mit etwas Verspätung auch im Feuilleton angekommen. Gründe gibt es genug: Die Geschichte, wie sich die Krawallnudel vom strippenden Underdog zur ersten weiblichen US-Nummer-eins-Rapperin seit Lauryn Hill hocharbeitete, ist ein Pop-Märchen, wie es nur alle paar Jahrzehnte passiert. Mit ihrer "Mir kann keiner was"- Haltung wird die Instagram-Ikone mit den hispanischen Wurzeln auch als Feministin gefeiert, beim letzten Women's March in New York etwa war ihr bislang größter Hit "Bodak Yellow" als Selbstermächtigungshymne in aller Munde. Nur knapp eine Woche nach Veröffentlichung ihres Debüt-Albums "Invasion of Privacy" hat die 25-Jährige jetzt auch noch den Streaming-Weltrekord von Taylor Swift geknackt. Cardi B ist nicht zu stoppen.

Ihre steile Karriere ist ein Phänomen, das uns viel über den Status Quo der Popmusik, aber auch über neue Vermarktungsstrategien der Internet-Ära verraten kann. NPR, Fader und Dazed beleuchten in ihren Artikeln genau diesen "Cardi B-Effekt", der sich aus Scham- und Schmerzlosigkeit auf Social-Media-Kanälen, klug getimten Mainstream-Auftritten, Kollaborationen mit Startups und Designern sowie einer guten Portion (konzeptueller) Kompromisslosigkeit zusammensetzt. 

Bemerkenswertes Detail: Das eigentliche Geheimnis, um heute einen viralen Superstar wie Cardi B zu entdecken und weiterzuentwickeln, sei das Verhalten von Teens ununterbrochen im Auge der Algorithmen zu behalten, erklärt ein Marketing-Experte gegenüber NPR. Datensammlern wie Facebook und Tencent leuchten die Augen. 

Der Cardi B-Effekt
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