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Pop und Kultur

Das erotischste Album des Jahres - Anna Calvi und "Hunter"

Jan Paersch
Autor für taz, NDR, DLF, Jazz Thing und andere
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Jan PaerschSamstag, 08.09.2018

Schöne Geschichte: Anna Calvi, eine weltweit gefeierte Sängerin, konnte ihre eigene Stimme nicht ertragen. Erst mit Mitte zwanzig versuchte es die studierte Violinistin und Gitarristin, schloss sich stundenlang für intime Duette mit Edith Piaf und Nina Simone ein.

Wer Calvi nun singen hört, auf ihrer erst dritten Platte in einer zehnjährigen Karriere, kann das kaum glauben, so kraftvoll und durchdringend klingt die 37-jährige Britin. Ebenso wichtig auf "Hunter" ist die E-Gitarre: Calvi lässt sie wie eine Harfe klingen, verzerrt sie mit Echo-Effekten, schreddert sie wie einst Hendrix. Im Deutschlandfunk erklärt sie, dass die interessantesten Gitarrenspieler der Gegenwart weiblich seien, "weil es nicht diesen Kanon Gitarre spielender Frauen" gäbe, sie denke da an St. Vincent oder Courtney Barnett.

"Hunter" wird allseits als Calvis bestes Album bislang gefeiert, es sei das "tollste, klügste und erotischste Album" des bisherigen Jahres, schreibt Jens Balzer. Ich stimme zu und empfehle dringend "Don't Beat the Girl out of My Boy". Ein roher und doch unglaublich eingängiger Song, der wie das ganze Album eine queere Identität thematisiert. Calvi dazu:

Ich wollte ein Album machen, das ich damals als Teenager hätte hören wollen, das nicht aus einer heteronormativen Perspektive geschrieben wurde, das von einer Frau erzählt, die Spaß hat.

Das erotischste Album des Jahres - Anna Calvi und "Hunter"

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Kommentare 9
  1. Fabian Peltsch
    Fabian Peltsch · vor fast 4 Jahre

    "Sieht ja sehr interessant aus, könnte bestimmt auch modeln", hat jemand unter den Artikel geschrieben. Man könnte jetzt diskutieren ob "erotisch" als Bewertungskriterium und Qualitätsmerkmal für die Musik von Frauen für solche Kommentare mitverantwortlich ist.

    1. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor fast 4 Jahre

      Hm, wieso sollte Musik nicht "erotisch" sein können?

    2. Jan Paersch
      Jan Paersch · vor fast 4 Jahre

      Ich würde meinen, dass "erotisch" niemanden sexistisch beleidigt. Und ja, ich finde, das ist ein Qualitätsmerkmal, und dabei ist es egal, ob das Album von einer Frau oder einem Mann kommt. Bin mir ziemlich sicher, Frau Calvi würde zustimmen. Scheinen einige der Voter hier anders zu sehen.

    3. Fabian Peltsch
      Fabian Peltsch · vor fast 4 Jahre

      @Jan Paersch Klar kann Musik erotisch sein. Es fällt nur auf, dass die Musik von Frauen viel eher auf ihren erotischen Gehalt hin abgeklopft wird. Davon abgesehen kann sich eine Musikerin auch künstlerisch mit ihrer Sexualität auseinandersetzen, ohne dass das dann als "erotisch gemeint" rezipiert werden muss.

    4. Jan Paersch
      Jan Paersch · vor fast 4 Jahre

      @Fabian Peltsch Absolut! Ich wäre von selbst auch gar nicht drauf gekommen, aber als ich es bei Balzer las, musste ich ihm recht geben. Hast du die Platte gehört?

    5. Fabian Peltsch
      Fabian Peltsch · vor fast 4 Jahre

      @Jan Paersch Ja! Und ich habe auch die Pressemitteilung gelesen, in der es heißt sie habe versucht mit dem Album "eine subversivere Sexualität zu erforschen, die über das hinausgeht, was von einer Frau in unserer patriarchalischen heteronormativen Gesellschaft erwartet wird". Und in einer heteronormativen Gesellschaft wird von Frauen definitiv weit mehr als von Männern erwartet, dass sie "erotisch" sind bzw. sein sollen. Ich will das jetzt aber auch nicht an der Platte festmachen, die mag ja erotisch gemeint sein.

    6. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor fast 4 Jahre

      @Fabian Peltsch Also ich weiß nicht, das würde ja heißen, dass sich Robbie Williams, Slash, Mick Jagger, Justin Timberlake, Ricky Martin, David Bowie (rip), Jim Morrison (auch rip) und all die anderen mehr oder weniger virilen Rampensäue völlig vergeblich mit ihren Inszenierungen abmühen. Ist das wirklich so?

    7. Fabian Peltsch
      Fabian Peltsch · vor fast 4 Jahre

      @Dirk Liesemer Ich sage ja nicht, dass männliche Popstars sich nicht erotisch inszenieren können. Ich plädierte nur dafür, dass wir männliche Musikjournalisten angesichts gesellschaftlich eingewachsener Strukturen vorsichtig bleiben sollten, einer weiblichen Kunstlerin eine erotische Inszenierung zu unterstellen und uns auch fragen dürfen, ob wir Erotik überhaupt in den Fokus rücken müssen. Ich fände es auch erfrischend wenn ein männlicher Kollege mal von einem Mann schwärmt, er hätte das erotischste Album des Jahres aufgenommen. Lasst uns Ausschau halten!

    8. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor fast 4 Jahre

      @Fabian Peltsch Klingt nach einem Plan ;-)

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