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Pop und Kultur

80 Jahre Muhammad Ali – Emanzipation mit dem Körper

Jan Paersch
Autor für taz, NDR, DLF, Jazz Thing und andere
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Jan PaerschMontag, 17.01.2022

Es gehört mehr dazu, der Größte zu sein, als bloß Rekorde anzusammeln. So kommentiert ganz aktuell die Süddeutsche den Fall Djokovic. Dem fehlt nur ein Titel, um zum besten Tennisspieler aller Zeiten aufzusteigen. Der respektierteste wird er nicht mehr werden.

Anders Muhammad Ali. Der 2016 verstorbene Boxer, der am heutigen Montag 80 Jahre alt geworden wäre, ist ein Idol, aufgrund seiner Eloquenz, seines Charismas und seines politischen Engagements. Die Feuilletons nutzen das Jubiläum einmal mehr, um auf Alis Ausnahmestellung hinzuweisen. ZEIT Online schreibt:

Alis Auftreten, sein Swag, war kein sportlicher Selbstzweck oder hohles Entertainment, sondern diente einer höheren Programmatik, die er bereits als junger Mann formuliert hatte: "Ich muss nicht der sein, den ihr in mir seht. Ich bin frei, der zu sein, der ich sein will."

ZEIT-Autor Johannes Ehrmann macht es sich jedoch zu leicht, einen Ali-Gegner wie Sonny Liston "einen grimmigen Mafiaschläger" zu nennen - dieses Fehlurteil wurde vom brillanten David Remnick schon vor Jahrzehnten widerlegt. Besser macht es die taz, die den "Greatest of All Time" feiert ("Er bewies, dass menschliche Emanzipation auch eine körperliche Dimension hat"), aber auch auf die Widersprüche des Champs hinweist:

Die Macht von Alis boxerischer Sprache und körperlicher Intelligenz überlagerte auch Sätze Alis, die schlicht rassistisch wa­ren:­ Joe Frazier, der ihm übrigens in seiner Exilzeit finanziell geholfen hatte, bezeichnete er als „Gorilla“ und „hässlich“, George Foreman nannte er einen „Onkel Tom“.

Unpiq: das Ali-Special mit mehreren Dokus in der ARD Mediathek. Die hektisch hyperventilierenden Synchronstimmen wirken lächerlich und werden den Originalen nicht annähernd gerecht. Und Ali schon gar nicht.

Einzig sehenswert, unten gepiqt: die Aufnahmen des auf Englisch belassenen, ersten von vier Kämpfen gegen Joe Frazier im März 1971. Ali bekommt noch jede Menge Buhrufe zu hören, kann beim Wiegen nicht die Klappe halten, wirkt beim Interview direkt vor dem Kampf jedoch beinahe ängstlich. Von einem Reporter wird er noch "Cassius Clay" genannt, obwohl er bereits sieben Jahre zuvor seinen "slave name" abgelegt hatte. Herrlich der Moment, in dem Ali mit einem Unterstützer sein Motto "Float like a butterfly, sting like a bee" brüllt. (Minute 4.40)

Holger Gertz schreibt in der SZ über Alis Stellung in Deutschland:

Der telefonische Weckdienst war ausgebucht vor Alis Kämpfen. Erinnerung erstaunlich vieler Kinder der Sechziger, Siebziger: nachts aufstehen dürfen, um Ali zuzuschauen, dem Herrn der Ringe, dem Herrn der Bildschirme.

80 Jahre Muhammad Ali – Emanzipation mit dem Körper

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Kommentare 1
  1. Marcus von Jordan
    Marcus von Jordan · vor 6 Monaten

    umso empfehlenswerter die Ali-8h-Dröhnung auf Arte
    https://www.arte.tv/de...
    fand ich sehr faszinierend und liefert enorm viel gesellschaftlichen und politischen Kontext.

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