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Osteuropa

Keno Verseck
Journalist

geb. 1967 in Rostock, freiberuflicher Journalist mit Schwerpunkt Mittel- und Südosteuropa.

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piqer: Keno Verseck

Disneyland der Antike: Wie und warum Mazedoniens Hauptstadt Skopje umgestaltet wird

Mazedonien macht seit längerem vor allem durch die sogenannte Flüchtlingskrise Schlagzeilen – es ist der „Frontstaat“ zu Griechenland. Eher wenig beachtet wird im Ausland seine seit fast zwei Jahren andauernde innenpolitische Krise. Einst war Mazedonien Musterland auf dem Westbalkan und eines der ersten EU-Kandidatenländer der Region, doch dann geriet es unter der Herrschaft des Regierungschefs Nikola Gruevski auf autoritär-nationalistisch-mafiöse Abwege. Gruevski trat dieser Tage im Rahmen eines von der EU vermittelten Abkommens zur innenpolitischen Befriedung zurück, lenkt Mazedonien aber weiter aus dem Hintergrund. Um einen Eindruck vom Regime Gruevskis und seiner Clique zu bekommen, reicht ein Blick auf das neue Gesicht der mazedonischen Hauptstadt Skopje. In Südosteuropa lassen sich obskure Neureiche gerne überdimensionale eklektische Bauten der skurrilsten Art errichten. Etwas Ähnliches haben Gruevski & Co mit „ihrer“ Hauptstadt gemacht: Im Rahmen des großangelegten Stadtumbauprojekts „Skopje 2014“ verwandelten sie die Stadt in eine Art gigantisches, nationalkitschiges Disneyland der Antike. Nach Ceaușescus zerstörerischem Umbau von Bukarest in den 1980er Jahren ist „Skopje 2014“ eines der größten architektonischen Transformationsprojekte der jüngeren europäischen Geschichte. Demonstriert werden soll, dass das Zwei-Millionen-Einwohner-Land, aus dem die Menschen wegen Armut und Perspektivlosigkeit in Scharen flüchten, einst das Zentrum der antiken Welt und ein Ausgangspunkt der europäischen Zivilisation war. Das Portal „Balkaninsight“, berichtet seit langem kritisch über „Skopje 2014“ und veröffentlicht neben periodischen fotografischen Dokumentation des Stadtumbaus von Skopje auch über Korruptionsaffären im Zusammenhang mit dem Projekt.

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