Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge - um den Dienst bereitzustellen, Seitenzugriffe zu analysieren und auch um Werbung zu personalisieren. Informationen über die Nutzung von piqd werden dabei auch an Dritte weitergegeben.

Osteuropa

Flüchtlinge in Ungarn

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán warnte die Flüchtlinge der Welt öffentlichkeitswirksam: „Kommt nicht hierher.“ Im Oktober 2015 wurde ein 175 Kilometer langer Grenzzaun errichtet. Flüchtlinge, die den Zaun überwanden, wurden festgenommen und im Schnellverfahren abgeschoben oder inhaftiert; Ungarns Gefängnisse platzen längst aus allen Nähten. Viele Länder an der Balkanroute folgen nun Viktor Orbáns Abschottungspolitik und schließen ihre Grenzen – mit dem Resultat, dass Flüchtlinge in Europa wieder verstärkt versuchen, in Ungarn Zuflucht zu finden. Im März 2016 belief sich die Anzahl der von Ungarn als „illegal“ deklarierten Grenzübertritte auf fast 250 – an einem einzigen Tag. Ungarn rief den landesweiten Krisenzustand aus. Eine Grenze aber lässt sich nie vollkommen schließen (zumal, wenn man die Menschenrechte beachtet). Es wird nur immer lebensgefährlicher, sie zu überwinden. In diesem Kanal diskutieren unsere Experten mit euch über Alternativen zu einem umzäunten Europa.

Weitere Informationen zum Thema Flüchtlinge in Ungarn

Vor rund einem Jahr gingen Bilder um die Welt, die viele Menschen zum nachdenken brachten. Tausende Flüchtlinge in Ungarn standen an der Grenze und hatten nur einen Wunsch und ein Ziel: die Einreise nach Europa. Die Regierung war mit der Anzahl der Flüchtlinge in Ungarn stark überfordert und reagierte mit äußerster Härte. Die Hoffnungen vieler Flüchtlinge in Ungarn wurden zunächst einmal zunichte gemacht, da sie in Ungarn nicht die Hilfe erhielten, die sie sich erhofft hatten. Eine chaotisches Bild entstand. Flüchtlinge in Ungarn, standen zu Hunderten vor Bahnhöfen und auf Plätzen. Sie warteten darauf, das Land verlassen zu können, um in andere europäische Länder weiter reisen zu können.

Die Entscheidung von Deutschland und Österreich die Grenzen für die Flüchtlinge in Ungarn zu öffnen, war eine mutige Entscheidung und gab vielen der Flüchtlinge in Ungarn neue Hoffnung. Rund eine Million Menschen aus Syrien und verschiedenen anderen Ländern wie Pakistan, Afghanistan oder Somalia erreichten innerhalb des letzten Jahres Deutschland und Österreich. Jedoch lief auch hier nicht alles komplett glatt, denn deutsche und österreichische Behörden waren nicht auf einen solchen Ansturm an Flüchtlingen und Asylanträgen eingestellt. Vielerorts mussten Turnhallen, leerstehende Geschäfte und andere Gebäude für die Flüchtlinge in Ungarn, die weiter reisen wollten, umgewandelt werden. Viele dieser Menschen mussten sich jedoch auch mit einer Zeltunterkunft begnügen.

Ungarn und Europa schottet sich ab
Die ungarische Regierung fuhr aus Angst vor weiteren Flüchtlingen in Ungarn härtere Geschütze auf. Zunächst beschuldigte Regierungs-Chef Orban die deutsche Kanzlerin mit der Öffnung der Grenzen förmlich die Flüchtlinge eingeladen zu haben. Später begann Ungarn mit der Abriegelung der grünen Grenzen Richtung Österreich und startete mit der Errichtung eines Grenz-Zaunes. Mit der Abriegelung auf der ungarischen Seite ist das Flüchtlingsproblem jedoch nicht gelöst. Noch immer stranden täglich Boote im italienischen Lampedusa oder an der griechischen Küste.

Die anderen Länder der EU tun sich ebenfalls schwer mit der aktuellen Situation umzugehen. Viele europäische Staaten weigern sich Flüchtlinge aufzunehmen. Vor allem die ungarischen Behörden und das Militär gehen mit den ankommenden Flüchtlingen nicht zimperlich um. Viele Flüchtlinge klagen darüber, dass Sie brutal angefasst oder geprügelt wurden und dass sogar scharfe und aggressive Hunde auf sie gehetzt wurden.

Flüchtlinge und kulturelle Barrieren
Eine weitere Herausforderung ist es, den Menschen deutsche und europäische Werte zu vermitteln damit diese sich in ihrem neuen Gastland zurecht finden. Insbesondere der völlig andere Umgang mit Frauen ist in diesem Zusammenhang immer wieder ein Thema. Integration bedeutet in diesem Fall auch, dass man von den Flüchtlingen erwarten kann und erwarten darf, dass sie gesellschaftliche und gesetzliche Regeln in Ungarn, Deutschland und anderen europäischen Ländern beachten. Die Ungarn haben jedoch ganz besonders große Angst vor einer "Überfremdung". Flüchtlinge in Ungarn haben es daher nicht leicht. Sie sind großen Anfeindungen und Vorurteilen ausgesetzt. Die ungarische Regierung strebt nun ein Referendum an, in welchem über die Verteilung von Flüchtlingen auf europäische Länder abgestimmt werden soll. In einer mehr oder minder rechts-populistischen Kampagne sollen nun die Ungarn dazu bewegt werden, sich gegen Flüchtlingskontingente auszusprechen.