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Osteuropa

Balkan-Nachrichten

Hier sammeln wir Artikel zu Nachrichten aus und über den Balkan.

Weitere Informationen zum Thema Balkan-Nachrichten

Die Balkan-Nachrichten werden seit dem Anschwellen des Migrationsstroms ab 2015 (“europäische Flüchtlingskrise”) von Meldungen über die sogenannte Balkanroute dominiert. Diese führt vom Nahen Osten über den Balkan nach Europa. Schon für den länger andauernden Drogenschmuggel etwa aus Afghanistan war die Balkanroute sehr interessant, doch dieses Thema kommt seit 2015 in den Balkan-Nachrichten kaum noch vor. Die Flüchtlingskrise und der Zustrom der Migranten über den Balkan sowie die Reaktion der dortigen Transitstaaten auf das Problem beherrschen absolut die Balkan-Nachrichten, obgleich es in den dortigen Staaten wahrlich genügend weitere Probleme gibt.

Auf moralische Empörung stießen Meldungen in den Balkan-Nachrichten, dass die meisten Balkanstaaten und auch Österreich ihre Grenzen ganz oder fast vollständig gegen den Flüchtlingsstrom abschotten. Dieses Vorgehen entspricht allerdings EU-Beschlüssen und internationalem Recht. Es ist keinesfalls vorgesehen, dass Menschen ohne Pässe und nach nur mangelhaften Kontrollen in andere Staaten einreisen können. Jeder Staat hat das Recht, Personen nach seinen Kriterien ins Land zu lassen. Diesem Rechtsgrundsatz steht das Grundrecht auf Asyl von verfolgten Personen gegenüber. Da sich diese beiden Rechtspositionen aufgrund der massenhaften Fluchtbewegungen - ausgelöst durch kriegerische Ereignisse vor allem in Syrien - konträr bis antagonistisch gegenüberstehen, werden Balkan-Nachrichten mit einem großen moralischen Impetus publiziert.

Um die Balkan-Nachrichten in Bezug auf die Flüchtlingskrise richtig zu verstehen, muss man die beiden Balkanrouten kennen. Es gibt die Westbalkanroute, die ab Griechenland über den sogenannten inneren Balkan (Mazedonien und Serbien) nach Österreich führt, sowie die Ostbalkanroute ab der Türkei über Bulgarien, Rumänien und Serbien. Ab Serbien wählen die Migranten vorrangig die Tour Kroatien – Slowenien - Österreich oder Italien. Anfangs führte der Transit durch Ungarn, bis das Land seine Grenzen mit Stacheldraht und scharfen Gesetzen sicherte, was die Balkan-Nachrichten bis heute beherrscht. Es gibt auch kleinere Nebenrouten sowie Querverbindungen zwischen Ost- und Westbalkanroute. Angesichts der dramatischen Balkan-Nachrichten zum Flüchtlingsstrom seit 2015 wurde ein wenig vergessen, dass es diesen Strom mit zahlenmäßig viel weniger Menschen schon früher gab. Den Beginn der Flüchtlingskrise als Massenmigrationsbewegung, zunächst aber deutlich geringeren Zahlen ordnet man in das Jahr 2011 ein.

Die Balkan-Nachrichten enthalten allerdings abseits der Flüchtlingskrise noch wesentlich mehr und dabei brisanten Stoff. Balkanstaaten wie Slowenien, Kroatien, Bulgarien und Rumänien sind inzwischen EU-Mitgliedsstaaten, Montenegro, Albanien und Serbien sind Beitrittskandidaten, Bosnien und Herzegowina hat im Februar 2016 diesen Status beantragt. Das ging in den Balkan-Nachrichten zur Flüchtlingskrise etwas unter, doch es hat hohe Relevanz, zumal gerade diese Staaten vom Flüchtlingsstrom betroffen sind. Die Hoffnungen vor dem EU-Beitritt dieser Staaten waren groß, dass auf den Rechtsgrundlagen Europas dort die Wirtschaft deutlich wächst und die Korruption schwindet, doch die Balkan-Nachrichten belehren uns eines Besseren. In Bulgarien verzeichnet man im Gegenteil seit dem EU-Beitritt zu Beginn der 2000er Jahre eine deutliche Zunahme der Käuflichkeit. Der kroatische „Korruptionsdruck“ soll zwar etwas niedriger liegen, allerdings ebenfalls ansteigen.

Es gibt in Bezug auf Zurückdrängung der Korruption und auf eine positive Wirtschaftsentwicklung aber auch erfreuliche Balkan-Nachrichten. Rumänien entwickelt sich zum Vorbildstaat der Region, dort sind auch Regierungsmitglieder nicht vor der Antikorruptionsbehörde sicher. Bedenkliche Balkan-Nachrichten sind 2016 aus Serbien zu vermelden: Das Land hadert auch als EU-Beitrittskandidat sehr mit sich und noch mehr mit Europa.