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Medien und Gesellschaft

Simon Hurtz
SZ-Journalist, Bildblogger, Vielleser

Mag es, gute Geschichten zu erzählen.
Mag es, gute Geschichten zu lesen.
Mag es, gute Geschichten zu teilen. Das tut er hier.
Mag es gar nicht, in der dritten Person über sich zu schreiben.

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piqer: Simon Hurtz

Wie eine Community reagiert, wenn man sie abschafft

Das gedruckte jetzt-Magazin wurde eingestellt, bevor ich zur Zielgruppe werden konnte. Als 2002 die letzte Ausgabe erschien, war ich zwölf. Trotzdem habe ich eine intensive, persönliche Beziehung zu jetzt, denn was auf Papier begann, wurde später im Netz fortgeführt. Ich war jahrelang Teil des jetzt-Kosmos, schrieb eigene Texte, diskutierte mit anderen Nutzern, schimpfte über den berüchtigten Relaunch und freute mich über den Grimme Online Award.

Zuerst als anonymer Autor, später als Praktikant, schließlich als Mitarbeiter. Obwohl ich seit einem Jahr nicht mehr für jetzt, sondern für die SZ schreibe, hänge ich noch immer an "meinem" Kosmos.

Ich weiß, dass es so nicht mehr weitergehen konnte. Ich weiß, dass Stefan recht hat, wenn er schreibt:

Was früher war, war halt früher mal. Kill your darlings.

Ich finde es schön, wie die Redaktion ihren treuen Userinnen und Usern huldigt und sich voller Wehmut für 15 Jahre Community-Leben bedankt. Ich bin sehr gespannt, ob das neue jetzt eine Nische zwischen all den anderen jungen, hippen Portalen findet (und ich bin zuversichtlich, dass das klappt, weil sich viele kluge Leute viele kluge Gedanken gemacht haben, und das für gewöhnlich nicht die schlechteste aller Ausgangslagen ist).

Trotzdem: Ich kann die Trauer, die Enttäuschung und die Wut einiger Stammuser verstehen. Sie haben jahrelang Zeit und Herzblut in die Community gesteckt, ihr trotz der spürbaren Vernachlässigung die Treue gehalten, unerschütterlich weiter kommentiert und trotz Facebook Gästebucheinträge und private Botschaften geschrieben. Wer verstehen will, wie Menschen reagieren, wenn man ihnen sagt, dass ein Forum, das sich für sie wie ihr eigenes Zuhause angefühlt haben muss, bald nicht mehr da sein wird, sollte einige der (Stand Montagabend) knapp 200 Kommentare lesen.

Wie eine Community reagiert, wenn man sie abschafft

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