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Medien und Gesellschaft

Warum wir dem Fernsehen nicht mehr vertrauen und trotzdem glauben, was in sozialen Medien steht

Florian Meyer-Hawranek
Head of Content, PULS

Redakteur bei PULS, dem jungen Programm des Bayerischen Rundfunks | u.a. für den Podcast "Einfach machen" und die Reportagereihe "Die Frage" | davor: Reporter für Fernsehen, Hörfunk und Print u.a. für quer | unterwegs in München, im Netz und in Lateinamerika

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Florian Meyer-HawranekMittwoch, 13.07.2016

"Diese pseudolustigen Dialoge, dieses "Hahaha-wir-lachen-über-dumme-Menschen" und überhaupt dieses Ach-so-Spontan-Naive, das aus jeder Ritze der Dialoge quillt": Kennen wir aus dem TV. Und vor allem aus Formaten, die in weniger stolzen Momenten auf der Couch geisterhaft auf uns einwirken. Genauer: aus Scripted Reality. 

Aber: Seit einiger Zeit können wir genau diese Phänomene auch in unserer Timeline beobachten und in unseren Feeds lesen. Ganz so, als ob sie da natürlich gewachsen wären. Nur: Sind sie das wirklich? Lisa Altmeier hat sich auf die Spur eines Facebook-Posts zu Transformers 4 gemacht - und ist der Unterhaltung unter dem Post nachgegangen. Ihr Fazit: 

Im Netz geht das Zeitalter der Scripted Reality gerade erst richtig los. 


Warum wir dem Fernsehen nicht mehr vertrauen und trotzdem glauben, was in sozialen Medien steht

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Kommentare 3
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · vor fast 6 Jahre

    Zwei kurz Anmerkungen:
    1.) Dazu passt die These von Hossein Derekhshan gut: Facebook ist das neue Fernsehen (s. mein piq dazu).
    2.) Diese Form von scripted reality in sozialen Medien, gab es auch schon auf Myspace. Die Kampagne von Calvin Klein schlug damals ziemlich große Wellen:
    http://www.nytimes.com...

  2. Fritz Iversen
    Fritz Iversen · vor fast 6 Jahre

    Interessante Beobachtung, der Bezug zum TV leuchtet mir aber nur teilweise ein. Im Netz gibt es seit jeher alles "in ernst", "in blöd", "in pseudo", als Satire und das alles noch als "absichtslos" und als intentional (Native Advertising, Propaganda, Produkt-Bewertungen, etc.). In diesem Fall handelt es sich wohl um "satirische Absicht + Advertising", die so gut ist, dass sie für "in blöd"/absichtslos gehalten werden kann. Man müsste einmal empirisch anhand großer Fallzahlen messen, wie einordnungssicher die Nutzer durchschnittlich sind. These: Es gibt eine Range von "Einordnungskompetenz"/Urteilvsvermögen, d.h. große Unterschiede, und eine bedeutende Mehrheit kommt mit dem Erkennen der Kommunikationsabsichten nicht mehr zurecht. Deren Naivität wird von morgens bis abends von den Könnern adressiert und ausgenutzt, eben auch politisch, wie die vielen Falschmeldungen rund ums Thema Menschen auf der Flucht belegen. Der Bezug zum TV ist nur insofern interessant, als auch die organisierten Medien schon lange den "In-pseudo"-Ansatz nutzen und dabei mit vertraglichen Schweigemauern das Illusionstheater vor dem Durchschautwerden schützen.

    1. Florian Meyer-Hawranek
      Florian Meyer-Hawranek · vor fast 6 Jahre

      Stimmt schon - im Netz ist das seit jeher irgendwie anders. Aber trotzdem reichen immer noch oft recht einfache Mechanismen aus, um erstmal einen Effekt zu erzielen. Dass vieles nicht stimmt, ist vielen auch klar, glaub ich... aber in dem Fall der Werbung weiß nicht, ob sich da nicht einige auch gern täuschen lassen wollen.

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