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Medien und Gesellschaft

Warum "Scientist Rebellion" den Weltklimabericht geleakt hat

Simon Hurtz
Journalist, Dozent, SZ, Social Media Watchblog

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Simon HurtzDonnerstag, 09.09.2021

Im März 2022 will der Weltklimarat IPCC den dritten Teil seines Berichts veröffentlichen. Doch schon im August wurde ein erster Entwurf bekannt: Die Gruppe "Scientist Rebellion" hat die Dokumente kürzlich geleakt.

WDR-Journalist Volker Mrasek analysierte das Dokument bei der Tagesschau und fasste den Inhalt im Gespräch mit dem DLF so zusammen:

Das heißt, es bleiben jetzt endgültig nur noch drei Jahre Zeit, um die Kehrtwende bei den Treibhausgasemissionen einzuleiten – sonst wird man sich von den Zielen aus dem Pariser Klimaschutzvertrag verabschieden müssen.

Warum diskutieren wir bereits ein halbes Jahr vor der Veröffentlichung über den Bericht? Das erklären drei Wissenschaftsaktivistïnnen im Gespräch mit Ingrid Bertram. Molekularbiologin Nana-Maria Grüning vom Institut für Biochemie an der Berliner Charité sagt:

Wir haben das geleakt, um zu zeigen, dass Wissenschaftler persönliche Risiken auf sich nehmen, um die Öffentlichkeit zu informieren, weil die Situation so dramatisch ist mit der Klimakrise. Und weil es immer wieder vorgekommen ist, dass Formulierungsänderungen an der Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger vorgenommen wurden.

Die Schweizer Meeresbiologin Franziska Elmer ergänzt: 

Alle, die ihn in den nächsten sechs Monaten lesen, sind Repräsentanten der verschiedenen Regierungen, also keine Wissenschaftler. Sie sind von Regierungen, die schon in der Vergangenheit Formulierungen geändert oder gestrichen haben, weil sie nicht in die politische Agenda passen.

Und schließlich erklärt der Australier Kyle Topfer, warum es seiner Meinung so wichtig ist, dass der Bericht möglichst früh öffentlich debattiert wird: 

Da ich aus dem globalen Süden komme und mit eigenen Augen gesehen habe, was die Folgen des Klimawandels ausgelöst haben, weiß ich, wir haben keine Zeit, diese sechs oder sieben Monate zu warten, um in der Policymaker-Fassung über Detailformulierungen zu diskutieren.

Sie sind alle Teil von "Scientist Rebellion", einer Gruppe, die sich Ende des vergangenen Jahres gründete. Rund 150 Wissenschafterlerïnnen haben sich zusammengeschlossen, weil sie sich hilflos und ignoriert fühlten, wie Grüning erzählt:

Ich finde, seit 40 Jahren wurden Wissenschaftler ignoriert: Sie haben publiziert, sie haben Interviews gegeben, haben in Filmen mitgewirkt, aber die Emissionen steigen. Wie schon Albert Einstein sagte: Die das Privileg haben zu wissen, haben auch die Pflicht zu handeln. Wenn wir als Wissenschaftler nicht lauter werden und unsere Verzweiflung einfach rausschreien, wer soll das dann als ernsthafte Krise sehen?

In einer anderen Antwort wird sie noch deutlicher:

Alle können das überhaupt nicht fassen, so ignoriert zu werden. Alle können es nicht fassen, dass manche Regierungen wirklich kriminell korrupt agieren, indem sie unsere Zukunft verheizen. Und wir wollen uns dem laut entgegenstellen. Wir glauben, dass nur massenhafter ziviler Ungehorsam so viel Druck aufbauen kann, wie nötig wäre, um Veränderung zu bewirken – weil alles andere vorher nicht funktioniert hat und nicht, weil es uns Spaß macht.
Warum "Scientist Rebellion" den Weltklimabericht geleakt hat

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