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Medien und Gesellschaft

Bernd Oswald
Autor, Trainer und Trendscout für digitalen Journalismus
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piqer: Bernd Oswald
Mittwoch, 03.02.2016

Warum jeder seine eigene Wahrheit hat und der AfD-Vorwurf der "Lügenpresse" dennoch ins Leere geht

Seit Monaten bezichtigt die AfD die etablierten Medien als "Lügenpresse". Thomas Fischer, Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof, nimmt diesen Vorwurf in seiner Rechtskolumne für die Zeit zum Anlass, die großen Begriffe "Wahrheit" und "Wirklichkeit" zu konkretisieren und von verschiedenen Blickwinkeln her zu beleuchten. Anhand eines FAZ-Kommentars zum Handgranatenanschlag auf ein Asylbewerberheim (Achtung, "Lügenpresse") demonstriert er anschaulich, wie Sprache Wahrheit "formt, gestaltet, interpretiert und erzwingt". Dann setzt er sich mit dem Wirklichkeitsbild von abgehängten gesellschaftlichen Gruppen auseinander, zu denen er auch AfD und Pegida zählt. Sein Fazit: 

"Pegida und AfD sind also am Ende nichts anderes als unsere eigenen, deutschen Ausländer. Klingt wie ein Scherz, ist aber keiner. Heimat- und trostlos ziehen sie durch die Städte und rufen "Lüge", wenn wir ihnen sagen, dass das Leben ist, wie es ist."

Um Fischers Dialektik zu Wahrheit und Wirklichkeit zu lesen und zu verstehen, braucht man schon gute zehn Minuten oder mehr. Die lohnen sich: Ich habe schon lange keinen so differenzierenden Text mehr darüber gelesen, wie sich Meinung in einer Demokratie wie Deutschland bildet.

Warum jeder seine eigene Wahrheit hat und der AfD-Vorwurf der "Lügenpresse" dennoch ins Leere geht
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