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Medien und Gesellschaft

Bernd Oswald
Autor, Trainer und Trendscout für digitalen Journalismus
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piqer: Bernd Oswald
Dienstag, 12.09.2017

Warum der Wahl-O-Mat überschätzt wird und wo seine Schwachstellen liegen

Wenn eine Wahl in Deutschland ansteht, kommt er so sicher, wie das Amen in der Kirche: Der Wahl-O-Mat. Schon seit den Nuller Jahren kann sich jeder Interessierte durch ein paar Dutzend Thesen zur Politik klicken und anklicken, ob er dafür, dagegen oder neutral ist. Am Ende gibt es eine Auswertung, mit welcher Partei man zu wie viel Prozent übereinstimmt. Das Tool der Bundeszentrale für politische Bildung erfreut sich ungebrochener Beliebtheit und hat auch Dutzende Medienpartner, die den Wahl-O-Mat auch auf ihrer Seite einbinden, darunter Spiegel Online, die SZ, Bild, die FAZ und viele mehr. Jan Petter und Marc Röhlig von bento (das zum Spiegel gehört) haben mal einen kritischen Blick auf den Wahl-O-Mat geworfen und fünf Gründe gefunden, warum das Tool nicht so toll ist, wie immer alle tun. Außerdem zeigen sie ein paar Alternativ-Tools. 

Warum der Wahl-O-Mat überschätzt wird und wo seine Schwachstellen liegen
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Kommentare 5
  1. Daniela Becker
    Daniela Becker · vor 4 Monaten

    Hier sind noch mehr Alternativen zu finden: enorm-magazin.de/es-gibt-v...

  2. Vincent Halang
    Vincent Halang · vor 4 Monaten

    Schön, dass sich auch mal jemand kritisch mit dem Wahl-O-Mat auseinandersetzt. Leider zeigen die Punkte 1 und 2 aber überdeutlich, dass die Autoren wirklich keine Ahnung haben, wie der Wahl-O-Mat entsteht und funktioniert.
    Zu 1.: Es gibt für jeden Wahl-O-Mat eine eigene Redaktion aus etwa 20 jungen Menschen, die für verschiedene Ressorts („Inneres“, „Wirtschaft & Finanzen“, usw.) wichtige Themen ausmacht. Also – anders als im Artikel geschrieben – was die (jungen) Wähler interessiert, was sie für wichtig im Wahlkampf halten. Es gibt von der bpb und den Verantwortlichen Anleitung und einen Überblick über die Parteien, die Themen setzt aber die Redaktion.
    Zu 2.: Der Wahl-O-Mat soll die Parteien möglichst gut voneinander trennen. Durch die AfD und auch andere Neugründungen wie DM fällt es eben schwerer, rechte Parteien untereinander abzugrenzen. Anders gesagt: Wenn sich NPD und AfD eben nur noch beim Holocaust unterscheiden, braucht es diese Frage 17 einfach.
    Die anderen 3 Punkte finden blöd, dass der Wahl-O-Mat der Wahl-O-Mat ist; ein kurzweiliges, niedrigschwellig zu bedienendes Tool.

    Fazit: Es gibt beim Wahl-O-Mat zu kritisieren, diese Punkte sind es garantiert nicht.

    1. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor 4 Monaten

      Stimme Dir zu, Vincent. Ein Text, der viel besser Einblick bietet, ist dieser hier, finde ich: www.faz.net/aktuell/p...

    2. Bernd Oswald
      Bernd Oswald · vor 4 Monaten

      ich habe den Wahl-O-Mat schon zig Mal genutzt, mein Eindruck ist, dass die Thesen von wenigen Ausnahmen abgesehen, fast immer die gleichen sind, egal, um welche Wahl es geht. Und ob der "Schuldenschnitt für Griechenland" oder die "Erinnerungskultur" wirklich Themen sind, die einer Redaktion aus jungen Menschen unter den Nägeln brennen, da habe ich so meine Zweifel. Punkt 5 stimme ich auch zu, weil der Wahl-O-Mat nun mal sehr undifferenziert ist. Gut, man kann sagen, das ist so gewollt. Aber dann bleibt der Wahl-O-Mat eben eine Spielerei. Trotzdem ist jeder Klick dort gut, weil Menschen so wenigstens ein bisschen mit Politik in Berührung kommen.

    3. Vincent Halang
      Vincent Halang · vor 4 Monaten

      @Bernd Oswald Das mit den immer gleichen Thesen stimmt, den Eindruck habe ich auch. Wäre sicher auch einmal eine spannende Datenauswertung.

      Ich habe schon einmal bei einer Wahl-O-Mat-Redaktion mitgemacht. Und solche Themen brennen diesen jungen Leuten dort teilweise wirklich unter den Fingern – weil es überwiegend politisch interessierte Studenten sind. Dieser recht homogene sozio-ökonomische Hintergrund und die tendenziell linke Einstellung der Redaktion ist ein echtes Problem beim Wahl-O-Mat, dessen sich die Macher aber auch bewusst sind. Und wie gesagt: In dem Team gibt es natürlich auch Politikwissenschaftler usw., die die Datenauswertung im Hintergrund machen. Die sagen auch mal: Wir brauchen noch was, um die Rechten zu trennen z.B.

      Ja, Punkt 5 ist so der Klassiker. Es soll leicht und kurz sein, aber dann bitte mit viel Erklärungen. Da spielt auch mit rein, dass sich einige (viele) Fragen so und so interpretieren lassen – also obwohl man die gleiche Meinung zu einer These hat anders abstimmt. Ist ein Problem des Konzepts.

      Wie gesagt: Der Wahl-O-Mat ist nicht perfekt, aber gehaltvolle Kritik sieht anders aus.