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Medien und Gesellschaft

Hristio Boytchev
Journalist

Freier Journalist mit Fokus Wissenschaft, Medizin, Investigativ- und Datenjournalismus. Diplombiologe. Carl-Sagan-Preis der GWUP 2017, 3. Preis Wissenschaftsjournalist des Jahres 2016 „Medium Magazin“, Arthur F. Burns Fellow 2012 bei der „Washington Post“. Hinweise immer willkommen.

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piqer: Hristio Boytchev
Montag, 29.07.2019

Warum alles zum „Porno“ wird

Der Begriff „Porno“ entfernt sich mittlerweile von einem Kontext, der allein die Sexualität betrifft. Auch in Deutschland ist etwa der Begriff „Food-Porn“ angekommen (Bilder von besonders ansprechendem Essen). Im Englischen werden bereits „Immobilien-Porno“ (Bilder von teuren Immobilien) und gar „Impeachment-Porno“ gebraucht. 

Was steckt dahinter? In diesem Artikel in der „New York Times“ finden zwei Philosoph*innen Erklärungen und Nutzen für die Beliebtheit des Begriffs.

Zuerst wird Pornografie definiert:

The philosopher Michael Rea has a helpful account of sexual pornography. He says that an image is sexual pornography when we use it for immediate gratification, while avoiding the complexities of actual sexual relationships like physical intimacy, emotional connection and romantic interaction.

Diese Definition kann auch auf die ausgeweitete Nutzung von „Porno“ ausgedehnt werden:

Food porn is images of food, used for immediate pleasure, without your having to go out and buy the food, cook it or worry about the calories. 

Das habe an sich nichts Problematisches. In anderen Lebensbereichen sei das anders. Die Autor*innen sprechen etwa von „Empörungs-Porno“:

When you read your Facebook newsfeed and soak in all the reports of morally outrageous events, and you do it just for the satisfaction of feeling outraged, then Facebook has become your porn stash. You’re not trying to fix problems or make morally balanced judgments. You’re just after the pleasures of moral outrage: the smugness, the self-satisfaction, the delightfully hot feeling of righteous indignation.
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Kommentare 1
  1. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · Erstellt vor 25 Tagen ·

    verstehe dass Begriffe sich wandeln - auch eine Art MetaphernVerwendung bei "porn" ist natürlich möglich. dennoch: als Literaturwissenschaftlerin muss ich das sagen :-) : dies verwässert die Bedeutung des eigentlichen Worts und seiner ursprünglichen Bedeutung ...

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