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Medien und Gesellschaft

Von wegen mitgemeint: Was gegen das generische Maskulinum spricht

Simon Hurtz
Journalist, Dozent, SZ, Social Media Watchblog

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Simon HurtzSonntag, 20.06.2021

Wenige Themen werden hier auf piqd so kontrovers diskutiert wie das Gendersternchen. Es gibt dazu eine Menge starker Meinungen, deshalb halte ich mich mit meiner eigenen weitgehend zurück und gebe nur wieder, was der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch dazu sagt.

Er beschreibt anhand von Studienergebnissen, welche Assoziationen das generische Maskulinum (Musiker), die Doppelform (Musikerinnen und Musiker), geschlechtsneutrale Formulierungen (Musikschaffende), Binnen-I (MusikerInnen) und Gendersternchen (Musiker*innen) auslösen. Die Studien sind nicht alle neu, aber die Ergebnisse sind eindeutig:

Das "generische" Maskulinum ist nicht geeignet, uns neben Männern auch an Frauen denken zu lassen (keine Überraschung, das wissen wir schon lange). Außerdem denken wir bei (fast) jeder sprachlichen Form hauptsächlich an Männer (auch das ist schon lange bekannt). Aber: Das Gendersternchen erhöht signifikant die Wahrscheinlichkeit, dass wir auch an Frauen denken – allerdings nicht stärker als die traditionelle Doppelform (und nicht so stark wie das Binnen‑I)!

So weit, so wenig überraschend. Interessant finde ich, was keiner der genannten Alternativen zum generischen Maskulinum richtig zu gelingen scheint: nicht-binäre Menschen abzubilden. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das auch daran liegt, dass die meisten Befragten schlicht überhaupt keine nicht-binären Musikerïnnen oder Schauspielerïnnen kennen – und sie folglich auch niemanden nennen können, wenn sie um Assoziationen gebeten werden. Stefanowitsch nennt das auch selbst als zweiten möglichen Grund und schreibt davor:

Erstens reicht es nicht aus, eine neue Form zu schaffen und in ein altes System einzufügen. Egal, ob es der Unterstrich, der Genderstern oder der Doppelpunkt ist – diese Interpunktionszeichen bedeuten von sich aus nicht "hier sind nicht-binäre Menschen gemeint", wenn wir sie in Wörter einfügen, die nach dem Schema "männlicher Wortstamm + weibliche Nachsilbe" gebildet worden sind. (…) Damit das Gendersternchen (oder eine beliebige Alternative) mehr als das werden kann, muss seine Einführung mit einer breiten gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, was es bedeuten soll. Und dazu ist es nötig, die Sprachgemeinschaft (oder wenigstens große Teile) davon zu überzeugen, dass es (a) nicht-binäre Menschen gibt, dass diese (b) in den traditionellen Sprachformen nicht sichtbar sind, und dass (c) das Sternchen ein Versuch ist, das zu ändern.

Eine Schlussfolgerung ist für mich jedenfalls klar: So umstritten geschlechtergerechte Sprache auch sein mag – wer gegen Gendern und für das generische Maskulinum argumentiert, propagiert damit eine grammatikalische Form, die dazu führt, dass viele Menschen automatisch an Männer denken. Das kann man für unproblematisch oder das geringere Übel als ein Gendersternchen halten. "Mitgemeint" werden Frauen mit dem generischen Maskulinum in der Praxis aber eher nicht.

Von wegen mitgemeint: Was gegen das generische Maskulinum spricht

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Kommentare 22
  1. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · vor 20 Tagen

    Was mir schon öfters negativ aufstieß: das Argument von wegen unschöne Sprache (=was ich ja als Fakt durchaus nachvollziehen kann) ignoriert völlig, dass "offizielle" Sprache wie Behörden- und Amtsdeutsch nie "schön" waren, im Gegenteil. Amtssprache zb gilt als typisch unverständlich und hässlich.
    Selbst wenn also keine gegenderten Gedichte ästhetisch wirken, spielt es doch für Texte die inklusiv wirken sollten, keine große Rolle (=zb bei Stellenangeboten etc.).

  2. Gui-Wil Mertes
    Gui-Wil Mertes · vor einem Monat · bearbeitet vor einem Monat

    Wow! Das ist sicherlich kein Tippfehler? Alternative zum Doppelpunkt (_:_), diesen horizontal zu stellen (_ï_), also statt "Musiker:innen" "Musikerïnnen" zu schreiben finde ich extrem nonchalant; das wäre eine ästhetische Lösung, (die aber wahrsch. nur #SemiotikNerds gefallen wird ;^) die ganz subtil, ja zärtlich an die hier benannte Nebenintention erinnert - ohne auffällige "Knalleffekt-ikonographie" (die mir pers. beim (_*_) kommt), hätte diese diskrete Schreibweise durchaus das Zeug, extremen Kritikerïnnen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Mehr davon!

    1. Norbert Simon
      Norbert Simon · vor einem Monat · bearbeitet vor einem Monat

      Allen Konstruktionen mit Sonderzeichen ist gemein, dass diese in der Schriftsprache bereits eine Eigenschaft haben. Bezeichnenderweise fehlt das „Kolleg+innen“, obwohl es dem „Kolleginnen und Kollegen“ doch am nächsten ist, während [:,!,I,-] jeweils im Schriftbild bereits eine Bedeutung hat.

      Das „i mit Trema“ ist — zumindest im Deutschen — ein neues Element, was dem Ansatz „etwas neu denken“ Rechnung trägt.
      In anderen Sprachen hat es zwar eine Funktion ( https://de.wikipedia.o... ) , doch die müssen sich ja schon mit [ä,ö ü,ß] herumschlagen, da wäre ein weiteres Zeichen erträglich. Viele andere Schriftsprachen haben vergleichbare Eigenheiten, exemplarisch sei das „Accent-Dilemma“ im Französischen angeführt.

      Was jedoch ein echtes Problem darstellt, ist die Tastenfolge „Alt+0207“ bzw. „Alt+0239“ auf dem Nummernblock, die für das Erzeugen des Buchstabens (auf deutschen Tastaturen) in groß und klein erforderlich ist. Ohne Nummernblock wird es richtig kompliziert und fordert Schreibende heraus. Die Suche nach dem Zeichen auf dem „Mäuseklavier“ meines Mobiltelefons habe ich zügig eingestellt.

      Aus diesem Blickwinkel ist es — leider — deutlich weniger nonchalant, eher das Gegenteil, nämlich neben der sprachlichen auch noch eine technische Herausforderung. Von den völlig verwirrten „Rechtschreibhilfen“ bei Word & Co. ganz abgesehen, die „gegenderte“ Texte mit roten Kringeln unter allen Variationen in ein Blutbad verwandeln.

      So charmant ich persönlich das „ ï “ finde, sind diese technischen Aspekte leider weitere Argumente für das generische Maskulinum.

      Als weitere Herausforderung an das Gendern sei noch kurz darauf hingewiesen, dass Personalpronomen und diverse weitere grammatikalische Konstrukte regelmäßig an der Genderei zerschellen.

    2. Gui-Wil Mertes
      Gui-Wil Mertes · vor einem Monat · bearbeitet vor einem Monat

      @Norbert Simon Danke für die breit durchdachten Einwände; das klingt alles stichhaltig - im ersten Moment:
      Technologie entwickelt sich aber weiter und Tastatur-Klammergriffe werden so vorgestrig sein, wie Faxe, je smarter z.B. Voice-, und andere Eingabemöglichkeiten werden;
      und warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?
      Per copy&paste lassen sich ganze Sonderzeichenkunstwerk fix reproduzieren...und was die Bereitschaft zur Assimilation neuer Schreibweisen angeht:

      Selbst wenn eine syntaktische Innovation vorerst nur eine Mode ist und noch keine Rechtschreibregel - ästhetische Aspekte sind schon entschiedend.
      Mich pers. stört das Visuelle, im Gegensatz zur Intention, jedenfalls schon am meisten; und je weniger eine innovative Schreibweise "optisch aneckt", je geringer dürfen die Vorbehalten dagegen ausfallen.

      Und ganz generell gewinne ich dieser Diskussion immer mehr ab, dass es zu einer moderne Gesellschaft gehört, geradezu einen "Veränderungswillens-Sinn" bei so verdammt vielen anstehenden Routinen-Umstellungen zu entwickeln, seien es Gesundheitsgebote (Verzicht auf Pestizide, Fleischhormone und -fabriken, etc.) oder das leidige Tempolimit...Sich an ein klitzekleines „i mit Trema“ zu gewöhnen ist jedenfalls nichts im Vergleich zum unumgänglichen Verzicht auf Verbrenner und Fossile ab 2030.

      Daher ist gerade so eine rein "mentale Übung", wie die Überwindung des generischen Maskulins, ein guter Anlass, über Wege zum Verzicht auf diese und viele andere "dumme Gewohnheiten" zu diskutieren.

    3. Norbert Simon
      Norbert Simon · vor einem Monat · bearbeitet vor einem Monat

      @Gui-Wil Mertes Der Ersatz eines „Klammergriffs“ wäre eine weitere Taste. Oder weitere Ebenen in den Zeichenmenüs unserer Mobiltelefone. Doch allein deren Existenz garantiert noch keine Verwendung.

      Wenn Sie Texte mit „Copy & Paste“ erstellen (müssen), werden viele es sich gut überlegen, überhaupt etwas zu schreiben. Insbesondere, wenn statt Reproduktion der Fokus auf Eigenleistung liegt.

      Fraglos hat Sprache etwas mit „geistiger Beweglichkeit“ zu tun. Im Gegensatz zu Ihnen sehe ich jedoch eher eine Gefahr darin, alles miteinander zu verweben. Eine im Grunde einfache Aufgabe wird mit weiteren Variablen beladen, womit sie signifikant komplizierter wird und die Lösung in weite Ferne rückt.

      „Assimilation“ bedeutet im Sprachgebrauch fast immer „Reduktion“. Genau dieser Reduktion spiegelt sich im generischen Maskulin. Ohne diese Vereinfachung, können vergleichsweise einfache Beschreibungen hochkomplex und langatmig werden, wenn es „jedem/jeder/allen anderen“ recht gemacht werden soll. Wenn zur Wahrung der Kompaktheit ersatzweise aus „Zuschauern“ → „Zuschauende“ werden, habe ich Zweifel, dass es damit besser wird.

      Sie zielen einleitend darauf ab, dass es doch lediglich eine Frage der Technologie und Bereitschaft zu Assimilation sei, Probleme zu lösen.

      Wenn ich sehe, dass es [Mitmenschïnnen | Mitmenschende | Humanoide ] gibt, die nur noch mit Navigationshilfe vom Supermarkt nach Hause finden (kein Scherz), sehe ich im blinden Vertrauen in Technologie wachsende Gefahren, weil es eine Fremdsteuerung vereinfacht.

      Doch selbst wertfrei betrachtend wird jede Technologie an der →Haltung← ihrer Nutzenden scheitern. Bloß weil „Alexa“, „Siri“, „Cortana“ und wie die → weiblichen ← Sprachassistentinnen alle heißen (was objektiv betrachtet ebenfalls eine Diskriminierung darstellt: warum müssen immer Frauen helfen?) ein Diktat automatisch Geschlechter-neutral umformuliert, wird aus einem Chauvinisten kein Frauenversteher, einem „Schwulenhasser“ kein Regenbogen-Fahne-Schwenker.

      Der Weg ist — trotz 70 Jahre Art 3 GG — deutlich länger, als ein [ :innen | !innen | ïnnen | *innen | … ] anhängen suggeriert.

  3. Dr. Albrecht Dieckvoß
    Dr. Albrecht Dieckvoß · vor einem Monat

    Ich kann es mir altersbedingt leisten, die neumodische Neuerung nicht gebrauchen zu müssen, um meine sprachliche Grundeinstellung upzugraden. Ich glaube nicht, dass man mit diesen Mitteln á la Stefanowitsch eine gewertete Bewußtseinsveränderung erreichen kann. Frauen haben ohnehin ein Bild von sich darstellen zu wollen, das nicht ihrer Wirklichkeit entspricht, oder warum konkurrieren sie in den neuen Medien um ihr Erscheinungsbild mit den anderen Kunstfiguren auf Deubel komm raus, produzieren sich in/auf Selfies mit Geschlechtsmerkmalen und gar mit Hilfe anderer mit Stringtanga zwischen wackelnden Pobacken geschlechtliche Persönlichkeiten.
    Ich bin mit gestandenen Frauen in den gesellschaftlichen Wirklichkeiten der Kriegsfolgezeiten großgeworden und weiß sie zu würdigen und sie, wie bei den Männern, von den Blendern zu unterscheiden.
    Sorry, ich mag das Schluckaufsprechen, das an Stottern erinnert, überhaupt nicht

    1. Norbert Simon
      Norbert Simon · vor einem Monat

      »Alter als Entschuldigung für Ignoranz?«

      Ich bin ebenfalls jenseits der „werberelevanten Zielgruppe“ (von der Werbung bei ARD und ZDF abgesehen).

      Bei mir persönlich konnte ich wahrnehmen, dass meine Empathie für Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, Rassen, sexueller Orientierung, …, also „Gerechtigkeit ganz allgemein“ mit jedem Lebensjahr gewachsen ist. Wofür zweifellos meine Eltern den Grundstein legten, die ich zu jenen zähle, die aus einem erlebten Krieg die einzig richtigen Schlussfolgerungen gezogen haben und das an ihre Kinder weitergaben.

      Mir versetzt es immer einen kleinen Stich, wenn von den „alten, weißen Männern“ die Rede ist – reduziert auf diese Adjektive ist auch von mir die Rede. Teile Ihre Ausführungen sind für mich ein prägnantes Beispiel dafür, was damit „gemeint“ ist.

      Sie verfallen dem fatalen Konzept der „neuen Medien“, greifen ein für Sie passendes Beispiel – dass es IMMER gibt – heraus, mit dem Sie pauschalieren.

      Ihr versöhnlicher Abschluss vermittelt, dass Sie „alte Schule“ sind, die durchaus respektvoll mit „allen Anderen“ umzugehen weiß. Aus dieser Richtung betrachtet stellen Ihre zwar nachvollziehbaren, aber formal despektierliche Generalisierung einen Fremdkörper dar, mit dem Sie sich selbst der Energie Ihrer Aussage berauben.

      Ich bin zwar völlig bei Ihnen, wenn Sie sagen, dass „wir alten Säcke“ schon genug Säue gesehen haben, die durchs Dorf getrieben wurden und wissen, dass morgen wieder eine kommt. Das relativiert „Trends“.

      Gerade deshalb sollten wir „den Jungen“ mit konstruktiver Meinung aufgrund unserer Alters- bzw. Lebensweisheit unterstützen, statt das zu tun, was uns selbst an unseren Eltern genervt hat. Die waren so, weil sie irgendwann in ihrer Entwicklung stehen geblieben sind.

      Wollen Sie „so einer“ sein?

  4. Norbert Simon
    Norbert Simon · vor einem Monat · bearbeitet vor einem Monat

    Das generische Maskulin hat einen klaren Vorteil: Es ist ein grammatikalischer Standard.

    Die Tatsache, dass es Sternchen, Doppelpunkt, „Binnen-I“, „Bindestrich-i“ (Kolleg-innen), Ausrufezeichen (lt. Kommentar) und weitere textuelle Verrenkungen gibt, mag zwar „Vielfalt“ suggerieren. Doch letztendlich löst es weder Probleme, noch schafft es wirklich „Sichtbarkeit“. Es sorgt vor allem für teilweise fies lesbare Texte oder schlecht verständliche Sprache.

    Wenn die Diskussion aus dem abgehobenen politischen/akademischen Diskurs in die Realität geholt wird, zeigt sich, dass ein Großteil der Bevölkerung davon eher genervt oder ihr schlicht egal ist.

    ( https://www.qwant.com/... )

    Doch was passiert, wenn viele genervt sind? Es wird fast immer mittelfristig ein gegenteiliges Gefühl von dem erzeugt, was erreicht werden soll. Es hat also eher trennende denn verbindende Wirkung etwas zu fordern, was sogar von vielen „Betroffenen“ (Frauen, Lesben, Schwule,…) als „verkopftes Problem“ wahrgenommen wird.

    Wer beim generischen Maskulinum nur Männer sieht (oder sehen will), wird beim Gendern nur „die Anderen“ sehen (wollen) und sich selbst als diskriminiert. Die (aktuellen) Umfragen legen nahe, dass sich dafür eine Mehrheit entwickeln könnte – das wäre maximal kontraproduktiv.

    „Haltung“ drückt sich zweifellos in Sprache aus. Doch genau das ist das Dilemma: Sprache » macht« keine.

    Das ist m.E. der zentrale Denkfehler in dieser Diskussion.

    1. Dr. Albrecht Dieckvoß
      Dr. Albrecht Dieckvoß · vor einem Tag

      Was so an vielen phantasiereichen, daher sinnigen, Äußerungen zum GENDERN zu lesen ist, ist sinnlos, überflüssig, zeitraubend. SLOTERDIJK könnte ein weiteres Buch, wie:Zeilen und Tage, herausbringen.
      Der LIEBE GOTT muss ein Satiriker sein, dass er diesen ganzen Quatsch Feminismus,Gendern, Schau-wie-ich-schön-Knutschen-kann im Fernsehen und Ssossialmedia auf die Welt geschickt hat.
      Früher war er boshafter: Er schickte große Kriege über Die Welt, um zu viele Menschen auf der Erde sich verbreiten zu lassen. Sein Beitrag zur Klimapolitik.
      Jetzt schickt er Klima und Seuchen, um das Gleiche zu erreichen: Mit Hilfe der Unvernunft der Menschen, die den Apfel vom Baum der Erkenntnis nicht vertragen haben, den selben Effekt zu erreichen, wie beim Turmbau von Babylon durch Übersetzungsschwierigkeiten (allerdings gibt es Übersetzungs Programme auf den Smartphones, die seinen früheren Trick ins Leere laufen lassen würden) , also: mit der Unvernunft der Menschen, Menschenschwachsinn zur weltbestimmenden Merhode werden zu lassen, hat schon etwas sehr Erheiterndes.
      Ist der LIEBE GOTT vielleicht ein ähnlich boshaftes Wesen wie ich, sein Ebenbild?
      HEUREKA

  5. Juergen Jansen
    Juergen Jansen · vor einem Monat

    "Die Studien sind nicht alle neu, aber die Ergebnisse sind eindeutig: Das "generische" Maskulinum ist nicht geeignet, uns neben Männern auch an Frauen denken zu lassen."

    Diese Studien beweisen, was keiner bezweifelt (subjektive Assoziation Genus/Sexus); beweisen nicht, was strittig ist (Frauen erfahren konkrete Nachteile durch generisches Maskulinum); funktionieren ähnlich auch zB Englischen, in dem es gar kein generisches Maskulinum gibt und rechtfertigen keine künstliche Umkehrung des Standard-Genus per Gendern.

    "Was keiner der genannten Alternativen zum generischen Maskulinum richtig zu gelingen scheint: nicht-binäre Menschen abzubilden."

    Warum muss ich, statt wie bisher alle Personen GENERISCHEN Maskulinum eingeschlossen zu verstehen, in Gedanken alle aufzählen, die gemeint sein könnten: Männer, Frauen, Transsexuelle, Fluide, intelligente Außerirdische, ich-bewusste Maschinen usw?

    "'Mitgemeint' werden Frauen mit dem generischen Maskulinum in der Praxis aber eher nicht."

    Natürlich werden sie das: "Angela Merkel ist der achte Bundeskanzler der BRD & deren erste Kanzlerin." Verletzt Gendern, versteht aber jeder (auch Sie!), weil Maskulinum = Standard-Genus ≠ männlich.

    1. Simon Hurtz
      Simon Hurtz · vor einem Monat

      "(…) beweisen nicht, was strittig ist (Frauen erfahren konkrete Nachteile durch generisches Maskulinum)"

      Ach ja? https://twitter.com/du...
      (Das ist nur eine von sehr vielen Untersuchungen zu diesem Thema.)

      "Warum muss ich, statt wie bisher alle Personen GENERISCHEN Maskulinum eingeschlossen zu verstehen (…)"

      Sie müssen gar nichts. Ich nötige niemandem eine andere Ausdrucksweise auf. Es wäre nur schön, wenn Sie etwas entspannter reagierten, wenn andere Menschen gendern.

      (Die Diskussion über geschlechtersensible Sprache ist für mein Empfinden komplett aus dem Ruder gelaufen. Das gilt für beide Seiten. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand das generische Maskulinum verwendet. Ich glaube auch nicht, dass man Menschen mit Überheblichkeit und moralischen Argumenten überzeugt.)

    2. Norbert Simon
      Norbert Simon · vor einem Monat

      @Simon Hurtz »Es wäre nur schön, wenn Sie etwas entspannter reagierten, wenn andere Menschen gendern.«

      Ein berechtigter Appell an Toleranz.

      Vielleicht hatte ich bisher diesbezüglich einfach nur Pech. Doch aufgrund bisheriger Erfahrungen erscheint mir die Zahl der fanatischen Gendernden und das Einfordernde deutlich größer als die Zahl derer, die sich dem Gendern mit flammendem Schwert entgegenstellen.

      Dass es unter einem Artikel zum Thema diesbezüglich zu einer „Verdichtung“ der engagiert Widerstreitenden kommt, liegt m.E. auf der Hand.

    3. Cornelia Gliem
      Cornelia Gliem · vor einem Monat

      Sie haben unbewusst oder bewusst geschrieben "Angela Merkel ist ...". Lautet der Satz so: Merkel ist der achte Bundeskanzler - funktioniert Ihr Beispiel nicht mehr bzw. genau gegenteilig.

  6. Joel Meyer
    Joel Meyer · vor einem Monat

    Lieber Simon Hurtz,
    der Autor Anatol Stefanowitsch schreibt sicherlich viel Richtiges zum Genderstern und dessen Vermögen in Abgrenzung zum Binnen-I. Allerdings geht es beim Generischen Maskulinum schräg durch die Decke. Ich würde ihm und Ihnen am liebsten einen Aufsatz der Linguistin Heide Wegener senden, in dem es genau um diese Studien geht. (Kurz: Natürlich denkt man zuvorderst an Männer, wenn man nach dem liebsten Romanhelden gefragt wird. Wie soll man denn ohne Kontext wissen, ob die Frage generisch oder männlich gemeint ist?) Echte Studien, also solche ohne Bias, ergeben eine korrekte Verwendung und Wirkung des generischen Maskulinum von ca. 98 Prozent. Alles im Netz zu finden...
    Und: Sehen Sie persönlich bei "Bürgern, Zuschauern, Urlaubern" wirklich nur Männer? Wenn ja, warum?
    Herzliche Grüße,
    Joel

    1. Simon Hurtz
      Simon Hurtz · vor einem Monat

      Danke für Ihren Kommentar! Ich verstehe die Kritik an den Studien nicht ganz – und diese Frage erst recht nicht: "Wie soll man denn ohne Kontext wissen, ob die Frage generisch oder männlich gemeint ist?"

      Genau das ist doch das Problem. Die meisten Menschen assoziieren mit dem generischen Maskulinum eben automatisch Männer. Im Sprachgebrauch erkläre ich auch nicht jedes Mal, dass beide Geschlechter gemeint sind.

      Ich halte dieses Ergebnis für relativ eindeutig:
      "Die Autorinnen berichten die Ergebnisse in Form von Durchschnittswerten von Antworten, die sich auf weibliche Personen (Musikerinnen, Romanheldinnen usw.) bezogen. Da sechs Fragen gestellt wurden, kann dieser Wert zwischen 0 (es wurde keine Frau genannt) und 6 (es wurden nur Frauen genannt) liegen. Waren die Fragen im generischen Maskulinum gestellt, wurden im Schnitt 0.67 weibliche Personen genannt (11 Prozent), waren die Fragen geschlechtsneutral gestellt, waren es 1.67 (27.8 Prozent) und enthielt die Frage eine Doppelform, waren es 1.68 (28 Prozent). In allen Bedingungen wurden also hauptsächlich männliche Personen genannt (weil Männer eben, auch, wenn sie nicht darauf hingewiesen werden wollen, der gesellschaftliche 'Normalfall' sind). Beim generischen Maskulinum wurden aber signifikant weniger Frauen genannt als bei den anderen beiden Formen. Diese beiden Formen (neutrale Form und Doppelform) unterschieden sich dabei nicht signifikant voneinander."

      Ein paar Links zu dem Thema, die ich als erhellend empfunden habe:
      - https://www.frontiersi...
      - https://econtent.hogre...
      - https://www.quarks.de/...
      - https://twitter.com/du...

    2. Joel Meyer
      Joel Meyer · vor einem Monat

      @Simon Hurtz Nun, ich frage nochmal nach: Sehen Sie bei den Begriffen "Bürgern, Zuschauern, Urlaubern" nur Männer? Beispiel: Tausende Urlauber warten auf ihre Rückkehr.

    3. Cornelia Gliem
      Cornelia Gliem · vor einem Monat

      @Joel Meyer ich sehe nicht nur Männer - weil wir daran gewöhnt sind. ABER ich sehe signifikant mehr Männer und sicherlich nicht nur Frauen.
      Siehe berühmtes Beispiel "Die Pfleger leiden an Rückenschmerzen." hier werden trotz der beruflichen Tendenz zu Arbeiterinnen nahezu nur Männer gesehen...

      nun gut.

      Wir kommen da wohl bei bestimmten Positionen und "Vertretern" nicht groß weiter.

      letztendlich sollten beide Seiten folgendes verstehen und akzeptieren:
      1 sprache ändert sich.
      2 niemand schreibt Sprachregelungen vor
      (abgesehen von Behördensprache).

      und wenn ich meine ich müsste Xy als Fräulein oder Yz als Kunde ansprechen - obwohl mir beide gesagt haben, dass sie das anders möchten, muss ich mit Gegenwind leben...

      und selbst wenn es mir aufstößt, dass jmd "mich" inkludierend anspricht, muss ich damit leben können.

      ...erinnert mich seltsamerweise oft an die Diskussion um s Rauchen und passivRauchen...

    4. Norbert Simon
      Norbert Simon · vor einem Monat · bearbeitet vor einem Monat

      @Cornelia Gliem »niemand schreibt Sprachregelungen vor«

      Das ist unzutreffend, nur eines (von diversen) Beispielen:

      Hannover schafft die Geschlechter ab: https://www.t-online.d...

      Grundsätzlich ist es durchaus begrüßenswert, wenn über eine „geschlechtergerechtere“ Sprache nachgedacht wird. Doch „von oben drauf pfropfen“, wie es zunehmend erfolgt und dabei jeder seine eigene Suppe kocht, wird die Weisheit befeuern, dass „viele Köche den Brei verderben“.

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