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Medien und Gesellschaft

Marcus von Jordan
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Marcus von Jordan
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Montag, 07.01.2019

Robert Habeck verlässt Twitter und Facebook

Ich schicke voraus, dass ich Mitglied bei den Grünen bin und kommunal auch aktiv mitarbeite.

Ich bin außerdem auch ein Habeck-Fanboy. Das ist natürlich Mainstream heutzutage. Ich finde ihn aber nicht so toll, weil er immerzu Dinge sagen würde, die ich richtig und wichtig finde (auch das trifft häufig zu), sondern weil ich seine Methode vorbildlich finde. Er fiel mir von Anfang auf, weil er sich so erfrischend wie vollständig der üblichen, polarisierten Debatte verweigerte. Weil er mehr Fragen stellte, als Aussagen zu machen. Weil er stets "gewaltfrei" und sachlich bleibt und nicht jede Gelegenheit nutzt, dem jeweiligen Gegenüber "eins reinzudrücken". Und weil ihn diese Methode offensichtlich stark macht.

Jetzt hat er seinen Ausstieg aus twitter und facebook bekannt gegeben. Auch wenn er seinen eigenen Fehler im Umgang mit dem Medium in den Vordergrund stellt, so ist doch klar, dass es im Kern um eine strukturelle Kritik an dem Medium selber, an Social media an sich geht.

Nach einer schlaflosen Nacht komme ich zu dem Ergebnis, dass Twitter auf mich abfärbt. (...) Twitter ist, wie kein anderes digitales Medium so aggressiv und in keinem anderen Medium gibt es so viel Hass, Böswilligkeit und Hetze. Offenbar triggert Twitter in mir etwas an: aggressiver, lauter, polemischer und zugespitzter zu sein – und das alles in einer Schnelligkeit, die es schwer macht, dem Nachdenken Raum zu lassen. Offenbar bin ich nicht immun dagegen.

Er verzichtet auf viel: über 48.000 Follower auf twitter und nochmal so viele auf facebook. Man darf gespannt sein, ob und welches Echo die Sache macht. Schon jetzt gibt es deutlich genervte und "beleidigte" Reaktionen auf twitter - so leicht will man sich seinen Spielplatz nun auch nicht vergrämen lassen. 

Natürlich hängt enorm viel an dieser Debatte: wie können die Lagerfeuer aussehen im Digitalen? Brauchen wir Alternativen wie piqd? 

Robert Habeck verlässt Twitter und Facebook
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Kommentare 6
  1. Marcus von Jordan
    1. Moritz Orendt
      Moritz Orendt · Erstellt vor 4 Monaten ·

      ein gutes Beispiel, wie die vorgefasste Meinung auf twitter versucht wird zu bestätigen

    2. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · Erstellt vor 4 Monaten ·

      @Moritz Orendt ja - wenn du gerade twitter liest, dann ist dort alles voll von Kommentaren, die unbedingt erklären wollen, wie unrecht er hat. Er selber ist weg jetzt. Gestern Abend hatte er sich noch per tweet irritiert darüber geäußert, was das für ein Geschrei gibt und dass schließlich kein Politiker twittern muss und die Reaktionen ihm zeigen, wie selbstreferentiell die Blasen auf twitter und fb sind.

    3. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · Erstellt vor 4 Monaten ·

      @Moritz Orendt ah sry - das war nicht er, sondern dieser: https://twitter.com/DJ...
      "Kein Politiker muss sich in kommerziellen Netzwerken aufhalten. Wo samma denn? Als ob auf Twitter das Leben spielt. Kasperltheater.

      Die ganze #Habeck Diskussion zeigt doch nur, wie selbstreferentiell die Facebook- und Twitter-Blase ist. Geht mal wieder raus spielen!"

  2. Marcus von Jordan
    Marcus von Jordan · Erstellt vor 4 Monaten ·
  3. Moritz Orendt
    Moritz Orendt · Erstellt vor 4 Monaten ·

    Ja, schade. Ich bin das erste Mal über ein Facebook live so richtig auf ihn aufmerksam geworden.