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Medien und Gesellschaft

Regionaljournalismus in Gefahr: Aus der Redaktion in die Regierung

Simon Hurtz
Journalist, Dozent, SZ, Social Media Watchblog

Mag es, gute Geschichten zu erzählen.
Mag es, gute Geschichten zu lesen.
Mag es, gute Geschichten zu teilen. Das tut er hier.
Mag es gar nicht, in der dritten Person über sich zu schreiben.

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Simon HurtzMittwoch, 08.09.2021

In Rheinland-Pfalz gibt es vier Regionalzeitungen, die das Land unter sich aufteilen: Die Rhein-Zeitung ist stark im Norden, die Rheinpfalz im Süden, die Allgemeine Zeitung im Osten und der Trierische Volksfreund im Westen.

Von diesen vier Medien verlieren drei ihre Korrespondenten: Florian Schlecht wechselt aus der Redaktion in Trier zu Arbeitsminister Alexander Schweitzer, Ulrich Gerecke wird künftig für Bildungsministerin Stefanie Hubig sprechen. Neben den beiden SPD-geführten Ministerien erhält auch FDP-Wirtschaftsministerin einen neuen Sprecher: Carsten Zillmann verlässt nach 17 Jahren die Allgemeine Zeitung und stellt sich in den Dienst der Landesregierung.

Diese Entwicklung beschreibt Gianna Niewel in einem Text, der strukturelle Probleme offenbart, die den deutschen Regionaljournalismus nicht nur in Rheinland-Pfalz bedrohen:

Kolleginnen und Kollegen in Mainz sprechen von "einer Katastrophe", von "einem Exodus". (…) Es ist nicht die erste Wechselserie. Der Vorgänger von Gerecke bei der Allgemeinen Zeitung leitet heute die Unternehmenskommunikation der rheinland-pfälzischen CDU. Der Vorgänger von Zillmann bei der Rhein-Zeitung ist heute stellvertretender Regierungssprecher. Die Sprecherin der Landesregierung war Redakteurin beim SWR.

Die Reporter nennen alle auch persönliche Gründe, aber die Häufung kann kein Zufall sein. Gianna hat sich in den Verlagen umgehört und berichtet von Geschichten, die sich ähneln: von Konferenzen, in denen es um neue Digitalabos geht – die Ausschusssitzungen eher nicht bringen. Von Korrespondenten, die immer erreichbar sein sollen. Von schlechter Stimmung, Sparprogrammen und hohem Druck. 

Die Klagen klingen so:

Bevor ich einen Artikel schreibe, rufe ich gerne mal zehn Leute an, damit das auch fundiert ist. Wenn ich aber zwei Texte plus x am Tag abarbeite, wie soll das noch gehen?

Oder so:

Termine an Abenden und Wochenenden, die ganzen Parteiveranstaltungen, das habe ich schon gar nicht mehr zu den Überstunden dazugerechnet. Ich war wie ausgebrannt.

Oder so:

Zuletzt war ich nicht mehr zufrieden mit meinen Texten.

Am traurigsten stimmen mich die Worte, mit denen einer der Journalisten verabschiedet wurde:

Es ist ein Problem, wenn ich in der Redaktion sage, dass ich wechsle, und meine Kolleginnen und Kollegen klopfen mir auf die Schulter und sagen, Mensch, Glückwunsch, wenn ich ein Angebot hätte, wäre ich auch weg.
Regionaljournalismus in Gefahr: Aus der Redaktion in die Regierung

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