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Medien und Gesellschaft

Pivot to Depp/Heard – Content Creators und das Gerichtsverfahren

Alexander Matzkeit

Alexander Matzkeit spricht und schreibt als freier Journalist über Film, Kultur und Medien, unter anderem für den epd. Sein Podcast heißt "Kulturindustrie".

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Alexander MatzkeitMittwoch, 08.06.2022

Zum Verleumdungsprozess zwischen Johnny Depp und seiner Ex-Frau Amber Heard ist viel geschrieben worden. Ich zweifle nicht an den Analysen, die feststellen, dass es durch den Ausgang des Verfahrens in Zukunft für Opfer sexualisierter Gewalt wieder deutlich schwerer werden dürfte, Gehör oder Gerechtigkeit zu finden. Auch dass es eine grauenvolle Entscheidung war, die Live-Übertragung des Prozesses überhaupt zuzulassen, dazu mit einer nicht-abgeschotteten Jury, die sich zwischen den Verfahrenstagen all die misogynen Takes in sozialen Medien ansehen konnte, steht für mich außer Frage.

Was die mediale Seite der Gesamtgemengelage angeht, fand ich aber nichts so überraschend wie der Artikel von Taylor Lorenz in der "Washington Post". Sie beschreibt, dass nicht wenige Influencer und Content Creators während des Prozesses plötzlich anfingen, sich zur Lage zu äußern, obwohl der Streit zwischen den Ex-Eheleuten eigentlich nichts mit ihren normalen inhaltlichen Schwerpunkten zu tun hatte und sie natürlich auch keinerlei entsprechende Kompetenzen besaßen. Depp/Heard war als mediales Ereignis einfach so mächtig, dass es das mediale Ökosystem des Internets wie ein schwarzes Loch um sich herumbog.

Lorenz schreibt:

The trial offered a potential glimpse into the future of media, where content creators serve as the personalities breaking news to an increasing number of viewers — and, in turn, define the online narrative around major events. Those creators can also bring in major personal profit in the process.

Wer selbst nicht-professionell auf sozialen Medien unterwegs ist, kennt wahrscheinlich das Gefühl, dass ein Thema trendet und man sich fragt: Muss ich mich jetzt auch dazu äußern? (Generell lautet die Antwort: NEIN!) Wenn Klicks und Monetarisierung der eigenen Videos, Memes und Streams davon abhängen und darüber hinaus auch noch – wie Lorenz beschreibt – die Anwälte einer Partei bereitwillig mit Creators zusammenarbeiten, scheint es ein Honigtopf zu sein, dem viele nicht widerstehen konnten. Natürlich verstärkt sich dieser Effekt dazu auch noch selbst. Ist das wirklich die erwartbare Zukunft rund um jedes größere Ereignis, unabhängig von dessen Inhalt?

Pivot to Depp/Heard – Content Creators und das Gerichtsverfahren

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Kommentare 1
  1. Michael Praschma
    Michael Praschma · vor 24 Tagen

    Ich kann aus meinem eigenen Umfeld bestätigen, dass massives Erstaunen und Befremden die Reaktion sind, wenn man vertritt, dass ein sog. Rosenkrieg zwischen Prominenten einfach KEIN öffentliches Thema sein sollte. – Nicht einmal vorrangig aus Gründen der Diskretion, sondern wegen der uferlosen Verschwendung anderswo dringend benötigter Aufmerksamkeit für Themen von einiger gesellschaftlicher Relevanz.

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