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Medien und Gesellschaft

Frederik Fischer
Sub-, Pop- und Netzkulturkorrespondent
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piqer: Frederik Fischer
Mittwoch, 28.09.2016

Mut zu mehr Radikalität: Für einen nachhaltigeren Journalismus.

Die größte Schwäche der aktuellen Debatte um die Zukunft der Journalismusfinanzierung ist ihr Mangel an Radikalität. Die Wucht, mit der Geschäftsmodelle, Organisationsformen und berufliche Biografien, in Frage gestellt werden, wird unterschätzt.

So beginnt Christian Humborgs Rede bei der Veranstaltung „Kassensturz – Wie steht es um die Finanzierung des Journalismus?“ Was folgt ist eine nüchterne Abrechnung mit falschen Hoffnungen und ein Aufruf zu neuen Versuchen. Dem Noch-Geschäftsführer von Correctiv (Christian wechselt ab 01.12. zu Wikimedia Deutschland) geht es nicht um den Graubereich zwischen bunter Unterhaltung und trister Ticker-Meldung, sondern um die Art unabhängigen und kritischen Journalismus', der für eine funktionierende Demokratie ebenso wichtig ist, wie für eine funktionierende Marktwirtschaft.

In Kurzform: 

  • Redaktionelle Strukturen haben einen Wert an sich und können nicht durch ein wachsendes Heer an freien Journalisten ersetzt werden ("Uber-Journalismus").
  • Crowdfunding ist eine gute Ergänzung, kann aber nicht ausgleichen, was an anderer Stelle wegbricht. 
  • Die Mehrwertsteuer für digitalen Journalismus muss auf 7 Prozent reduziert werden (gilt für gedruckten Journalismus schon lange).
  • Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten müssen eine aktive Rolle bei der Journalismusfinanzierung spielen und den Rundfunkbeitrag breiter streuen - nicht nur innerhalb des eigenen Systems. 
  • Der Kampf um das Leistungsschutzrecht war Zeitverschwendung
  • Journalismus gilt in Deutschland nicht als gemeinnützig. Folglich kann es auch keinen gemeinnützigen, also Non-Profit-Journalismus geben. Wenn Stiftungen und private Spender zukünftig eine stärkere Rolle bei der Finanzierung spielen sollen (wie es in Amerika längst der Fall ist), müssen die rechtlichen Grundlagen angepasst werden. 
  • Google und Facebook sind keine Technologie- sondern Medienkonzerne und müssen entsprechende Verantwortung übernehmen. 
Mut zu mehr Radikalität: Für einen nachhaltigeren Journalismus.
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