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Medien und Gesellschaft

Musikalische Dauerbeschallung im Wandel der Zeit

Susanne Franzmeyer
Piqer für Radio Features
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Susanne FranzmeyerMittwoch, 17.03.2021

Einen interessanten Einblick in Funktion und Nutzen von Musikbeschallung im Öffentlichen wie Privaten – beginnend von den Anfängen funktionaler Musik von vor mehr als 100 Jahren bis hin zu Zukunftstrends – beleuchtet das BR-Feature „Die Überall-Musik. Von der Fahrstuhlmusik zum Streaming“ von Ina Plodroch.

Den Anfang machte wohl Eric Satie Anfang des 20. Jahrhunderts mit seiner „musique d’ammeublement“, dessen „Möbelmusik“ Räume oder gleich ganze Häuser klanglich „einkleiden“ sollte. Die Musik sollte Menschen, die in dem jeweiligen Gebäude ein und ausgingen, in eine bestimmte Stimmung versetzen und eine Art akustisches Raumdesign darstellen. Daraus entwickelte sich die berühmte funktionelle, die „Fahrstuhlmusik“, die unter dem Begriff „Muzak“ in die Geschichte einging – und in die Gehörgänge des kollektiven Gedächtnisses: Sie sollte auf jeden passen, durfte dabei auf keinen Fall aufdringlich erscheinen und stören, was zu einer Art glattgebügeltem, von Text und Stimme beraubtem künstlich erzeugten Musikgedudel führte, das sich aber sehr wohl bekannter Melodien und Hits bediente, um den psychologisch bedeutsamen Wiedererkennungseffekt zu erzeugen. Das Ergebnis: James Last oder John Lennon – ohne James Last und John Lennon, mit Streichern und Synthesizer-Sounds nachgespielt und akustisch glattpoliert.

Heute ist das nicht mehr denkbar. Die Songs werden nicht mehr nachgespielt. Aber das Unternehmen Mood Media in Hamburg – 2011 übernahm Mood Media die Firma Muzak – entwirft bis heute spezielle Playlists und Klangkonzepte für Shoppingcenter, Supermärkte und bekannte Marken. Radio kann in den Einkaufsläden nicht abgespielt werden, denn allein der Wetterbericht würde stören. Dass auch diese Klangkonzepte nicht allen gefallen können, liegt auf der Hand. Und bei Dauerbeschallung im öffentlichen Raum ist es kaum möglich, die Ohren umzuklappen. Die meisten Menschen heutzutage setzen sich ihr aber freiwillig aus – und das in maßgeschneiderter Form: Einer musikalischen Dauerbeschallung, die ganz nach den eigenen Wünschen gestaltet ist.

Diese Möglichkeit bieten Smartspeaker und Streamingdienste, die nach so genannten „Mood“-Playlisten passende Songs für jede Stimmung anbieten: Für Konzentration, Entspannung, Sportprogramm. Chill-Music-Playlisten erfahren einen ungeheuren Run. Und ein Großteil der Umsätze im Musikbusiness werden heute über Streamings erwirtschaftet. Das macht es also für Berufsmusiker interessant, gezielt Musik für solche Schubladen zu erzeugen.

Kritiker fürchten allerdings dadurch eine Verarmung der musikalischen Kreativwirtschaft. Andere sehen Chancen darin. Ein Berliner Unternehmen schraubt anhand von individuellen Nutzer-Daten seiner Kunden an dem perfekten akustischen Soundbett, dass sich – je nach Stimmung und Tagesplanung seiner Kunden – optimal akustisch auf diese einrichtet und sie in unaufdringlicher Dauerbeschallung durch den Tag begleitet. Und ein israelischer Wissenschaftler sieht voraus, dass die Technologie zukünftig verstärkt so genutzt wird, dass Smartspeaker Stimmungen der Nutzer selbst erkennen und je nach Bedarf eine auf die Situation zugeschnittene und zur Stimmung adäquat ausgewählte Musikauswahl treffen.


Ein sehr interessantes Feature, das bei einem Teil der Hörerschaft sicherlich auch ein wenig Grusel erzeugt.

Musikalische Dauerbeschallung im Wandel der Zeit

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