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Medien und Gesellschaft

Migrantisch markierte Menschen und Rassismus auf dem Land

Malcolm Ohanwe
Journalist (Hörfunk, Fernsehen & Online)
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Malcolm OhanweDonnerstag, 22.10.2020

In diversen Think Pieces heißt es, "das Land" sei so rassistisch. Mit Land ist nicht Deutschland als Staat gemeint, sondern die ländlichen Regionen selbigen Staats. Diverse Autor*innen of Color schrieben schon darüber, wie unsicher sie sich fühlten außerhalb deutscher Großstädte. Der Autor dieses Texts, Philipp Awounou, kommt selber aus einem Kaff und ist Schwarz. Er ist in einer 5.000-Seelen-Gemeinde in Baden-Württemberg aufgewachsen, in der Nähe von Karlsruhe. Er sagt auch in ländlicher Mundart-Manier statt "ist" "isch" und weiß, was es heißt, eine Stunde auf das nächste öffentliche Verkehrsmittel zu warten. 

Seine Kindheit war eigentlich ziemlich behütet und schön dort und er empfindet es, wenn Leute pauschal ländliche Regionen als gefährlich und rassistisch diffamieren, als zu kurz gedacht. 


Ich als Bayer kann das nachvollziehen. Ich komme zwar aus der Großstadt München, aber dennoch heißt es bei Menschen von oberhalb des Weißwurst-Äquators immer: "Uuuh aus Bayern? Du Armer! Bei euch sind die doch alle so rassistisch!". Rassismus habe ich in München natürlich immer wieder erlebt und auch Philipp hat diesen auch in seinem schwäbischen Dorf erlebt, wie er es beschreibt. Seine sportlichen Leistungen wurden auf seine afrikanischen Gene geschoben und in der Schule musste er immer wieder seine Frisur erklären. Es ist exotisierend, macht einen fremd, aber deswegen wurde Philipp nicht abgelehnt oder abgewertet und er fühlt deswegen auch keine Angst in seinem Heimatdorf, wie andere sie spüren, wenn sie zum Beispiel in Brandenburg an Ortschaften mit großen NPD-Wählergemeinden vorbeifahren. 

Awounou spricht rassifizierten Menschen ihre Ängste vor Rassismus in ländlichen Regionen natürlich nicht ab, aber ruft Städter*innen wie mich und auch weiße Städter*innen genauso dazu auf, Rassismus nicht ganz bequem exklusiv in Dörfern zu verorten, denn während du auf dem Land vielleicht eher biologistische Sprüche über Hautfarbe und Nasenform bekommst, wirst du in der Stadt viel wahrscheinlicher ständig auf Englisch angesprochen oder nach Drogen gefragt oder eben von der Polizei grundlos kontrolliert. 

Genauso wie bei der Ost-West-Debatte ist es auch bei der Stadt-Land-Debatte wichtig zu betrachten, dass es auf beiden Seiten natürlich auch Nicht-Weiße Menschen gibt, die das ganze noch mal mit einem besonderen Blick sehen. Diesen hat uns dieser Text von Philipp geschenkt, danke dafür. 
Migrantisch markierte Menschen und Rassismus auf dem Land

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