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Medien und Gesellschaft

Frederik Fischer
Sub-, Pop- und Netzkulturkorrespondent
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piqer: Frederik Fischer
Freitag, 12.01.2018

Jetzt ist es offiziell: Facebook zeigt Verlagen den Mittelfinger

Es war schon immer eine Hassliebe. Facebook bescherte Verlagen größere Reichweiten als jemals zuvor, dafür traten diese als eigene Marken immer weiter in den Hintergrund und machten sich zunehmend abhängig vom blauen Riesen. Nun kommt der lauwarme Entzug. Wie Mark Zuckerberg gestern verkündete, steht eine der radikalsten Newsfeed-Änderungen der letzten Jahre ins Haus. Marken (nicht nur Medien, auch Unternehmen, Parteien, etc.) werden deutlich seltener auftauchen im Newsfeed, dafür sollen die Posts von Freunden wieder prominenter erscheinen. Eine fragwürdige "Hoffnung" bleibt den Marken: Sie können sich den Weg in den Newsfeed erkaufen. Wer zahlt, wird gezeigt. Wer nicht zahlt...düdüm.

Damit tritt etwas ein, was wir bei piqd schon lange erwartet (Brustgetrommel) und deshalb von Beginn an unsere Newsletter in den Mittelpunkt gerückt haben. Medien müssen direkte Kontakte zu ihren Leserinnen und Lesern pflegen und dürfen sich nicht abhängig machen von Intermediären wie Facebook, die jederzeit die Regeln ändern können, um ihre eignen Interessen durchzusetzen. Und wie sehr die Interessen der Plattformen im Widerspruch stehen zu den Interessen einer informierten Öffentlichkeit, ist spätestens seit Trump und dem Brexit-Referendum offenkundig.  

Konsequenterweise verlinke ich für dieses Thema einen Newsletter. Der Social Media Watchblog ist ganz grundsätzlich eine empfehlenswerte Quelle für die Entwicklungen der Plattformen, sowie die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf Medien und Gesellschaft. In der heutigen Ausgabe fasst Martin Giesler die Newsfeed-Veränderungen zusammen und hat für die vertiefende Lektüre ein Bündel weiterer lesenswerter Texte geschnürt. 

Jetzt ist es offiziell: Facebook zeigt Verlagen den Mittelfinger
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Kommentare 6
  1. Daniela Becker
    Daniela Becker · vor 8 Monaten

    Auch hier noch mal, weil ich es interessant fand zu lesen. Die Sichtweise von Jeff Jarvis: medium.com/whither-n...

    1. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor 8 Monaten

      Er macht da einige sehr gute Punkte. Tatsächlich könnte sich diese Entwicklung als positiv für alle Beteiligten erweisen, wenn Verlage lernen Inhalte zu erstellen, die die NutzerInnen in Eigeninitiative teilen in Diskussionen einbringen. Wenn er aber unterstellt, dass Facebook mit dieser Entscheidung auch das Probleme des politischen Missbrauchs angehen möchte, ist das entweder Heuchelei oder Ausdruck einer verblüffenden Naivität. Wer bereit ist Geld auszugeben und wer weiß, wie man Gruppen nutzt für (Desinformations)Kampagnen, der/die kann Facebook weiterhin problemlos für die eigenen Ziele instrumentalisieren. Ich würde sogar vermuten, nach dieser Änderung sind solche Kampagnen noch wirkmächtiger, weil die Konkurrenz durch Verlage abnimmt und Richtigstellungen noch seltener die Adressaten von Falschmeldungen erreichen.
      Ich war als Student ein große Fan von Jarvis. Inzwischen kann ich ihn nicht mehr ernst nehmen. Immer sind die Verlage die Vergangenheit und die Tech-Konzerne die Zukunft. Die Wahrheit ist doch deutlich komplexer.

    2. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor 8 Monaten

      @Frederik Fischer Ich habe das als "er wünscht sich das, glaubt aber selbst nicht mehr dran" interpretiert.
      P.S: er ist ein großartiger, mitreißender Redner. Aber das langt auch nicht immer.

    3. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor 8 Monaten

      @Daniela Becker Ja, als Redner ist er unbestritten Weltklasse.

  2. Bernd Oswald
    Bernd Oswald · vor 8 Monaten

    Das ist für mich die Essenz von Martin Gieslers Post: "Vielmehr sollte man sich in jedem Haus nun die Frage stellen, ob man denn wirklich eine Community auf Facebook hat oder ob man eigentlich nur Traffic von Facebook erwartet. Wer nur Traffic erwartet, sollte sich fragen, ob er eine Community auf Facebook will. Wer eine Community will, der sollte seine Strategie ändern. Alle anderen sollten darüber nachdenken, wo sie künftig ihren Traffic herbekommen wollen." Mit Traffic wird's künftig schwierig bzw. teuer. Klar, kann man sich auch auf einen Communityaufbau konzentrieren. Aber für die gilt doch das gleiche: Sie ist dann eben bei Facebook und nicht auf der eigenen Seite. Aber da sollte sie doch sein. Und ich wage mal die Prognose: Auf der eigenen Seite hat man tendenziell die bessere, treuere und aktivere Community.

    1. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor 8 Monaten

      Die HuffPo z.B. hat ein wie ich finde sehr smartes Konzept für den Aufbau von FB-Communities. digiday.com/media/huf...