Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Medien und Gesellschaft

Hristio Boytchev
piqer: Hristio Boytchev
Mittwoch, 06.02.2019

Ein deutscher Journalist sitzt in einem Militärgefängnis und keinen interessiert es

Wussten Sie es schon? Der deutsche Journalist Billy Six sitzt in einem Militärgefängnis in Venezuela. 

Die Zustände dort sind katastrophal: von abscheulichen Folter-Methoden ist die Rede, politische Gegner oder jene, die der Regierung als solche gelten, werden drangsaliert. Wie es Six dort geht, ist ungewiss. Seit kurzem soll er abermals im Hungerstreik sein, und Zugang zu einem Anwalt wird ihm offenbar weiterhin verwehrt. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, drohen ihm angeblich bis zu 28 Jahre Haft.

Wo bleibt ein Aufschrei wie bei der Haft Deniz Yücels in der Türkei? Boris Rosenkranz sucht nach den Ursachen für die Stille. Und findet eine Erklärung: Six arbeitet meist für rechte Schmuddelblätter.

„Ich will nicht ausschließen“, sagt ROG-Geschäftsführer Mihr, „dass manche Personen, zum Teil auch Medien, eher zurückhaltend sind aufgrund der politischen Ausrichtung von Herrn Six bzw. seinen Auftraggebern.“ 

Reporter ohne Grenzen engagiert sich für den Journalisten. Anders als bisher der DJV und Verdi, schreibt Rosenkranz.

Einer, der sonst sofort Statements aufsagt, wenn irgendwas mit Journalisten ist, hält sich bisher bedeckt: Frank Überall vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV). Es gibt auch keine Pressemitteilung, in der sich der Verband mit Billy Six solidarisiert. Auf Nachfrage heißt es beim DJV, es sei unklar, ob Six „als Journalist oder als politischer Aktivist“ in Venezuela gewesen sei. Damit widerspricht der DJV ausdrücklich Reporter ohne Grenzen.

Ich war damals in der Correctiv-Redaktion, als Six und ein Kollege unangekündigt ins Büro kamen und ungenehmigt filmten. Auf dem veröffentlichten Video ist Six der Zurückhaltende, ihm scheint das Ganze sogar eher unangenehm.

Auch wenn das eindeutig eine Grenzüberschreitung war und ich mich von den Methoden und Ansichten von Six distanziere – der etwas abgegriffene Spruch, wonach Journalismus kein Verbrechen sei, er gilt hier nicht mehr und nicht weniger. Das sieht auch Yücel selbst ähnlich. Free Billy!

Ein deutscher Journalist sitzt in einem Militärgefängnis und keinen interessiert es
8
8 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Kommentare 2
  1. Dirk Liesemer
    Dirk Liesemer · vor 15 Tagen

    Find ich auch irritierend, dass sein Schicksal allen am Arsch vorbeigeht.

  2. Hristio Boytchev
    Hristio Boytchev · vor 15 Tagen

    Nachtrag 07.02.2019: Mittlerweile hat sich "Freischreiber", der Berufsverand freier Journalistinnen und Journalisten, dem Apepell von Reporter ohne Grenzen angeschlossen, Billy Six freizulassen: https://www.freischrei...