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Medien und Gesellschaft

Frederik Fischer
Sub-, Pop- und Netzkulturkorrespondent
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piqer: Frederik Fischer
Donnerstag, 11.01.2018

Ehemaliger Intimus von Zuckerberg macht Vorschläge, wie man Facebook gesundregulieren könnte

Zu Facebooks unseliger Rolle im US-Wahlkampf und dem Brexit-Referendum ist schon alles gesagt worden – aber noch nicht von allen. In diesem Text kommt die Kritik von einem ehemals engen Vertrauten Mark Zuckerbergs. Roger McNamee war in den frühen Tagen des Konzerns Aufsichtsratsmitglied, hat sich in der Zwischenzeit jedoch zum entschlossenen Kritiker entwickelt. Wie es dazu kam, beschreibt er in diesem Politthriller.

McNamee stolperte schon im Rahmen der US-Vorwahlen und des Brexit-Referendums über Auffälligkeiten auf Facebook. Seit der Wahl von Trump ist er sich absolut sicher: Facebook ist zur manifesten Bedrohung der Demokratie geworden. 

McNamee begnügt sich aber nicht nur mit Kritik, sondern hat gemeinsam mit Tristan Harris, dem Gründer der NGO Time Well Spent (Mission: "realigning technology with humanity's best interests") eine kleine Lobby-Gruppe gegründet. Ihr Ziel: Facebook gesundregulieren.

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählen unter anderem:

  • Alle Nutzer, die nachweislich in Kontakt mit politisch motivierten Fake News gekommen sind, sollen automatisch Richtigstellungen erhalten, die die Fakten geraderücken und transparent machen, wer hinter der Manipulation steckt.
  • Social Bots sollten automatisch blockiert werden.
  • Nutzern sollte es möglich sein, Updates der Nutzungsbedingungen abzulehnen und in diesen Fällen ältere Versionen weiter nutzen zu dürfen. 

Nicht alle Vorschläge erscheinen mir sinnvoll oder umsetzbar, aber das macht den Text nicht weniger empfehlenswert. Es ist rührend zu lesen, wie McNamee mit sich ringt. Wie er erst das Gespräch sucht mit den alten Vertrauten bei Facebook, aber ignoriert wird. Wie ihn Journalisten ignorieren. Wie ihn Politiker ignorieren. Und wie er mit Tristan Harris dann doch noch einen Verbündeten gefunden hat, der ihm den Mut zurückgab. 
Eight months ago, when Tristan Harris and I joined forces, hardly anyone was talking about the issues I described above. Now lots of people are talking, including policymakers.
Ehemaliger Intimus von Zuckerberg macht Vorschläge, wie man Facebook gesundregulieren könnte
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