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Medien und Gesellschaft

Bernd Oswald
Autor, Trainer und Trendscout für digitalen Journalismus

Digital Resident aus Leidenschaft. Aber ohne dabei betriebsblind zu sein. Seit 2000 bewege ich mich als Journalist und als Trainer an den digitalen Schnittpunkten von Politik, Medien und Gesellschaft. Nützliche Links habe ich schon immer gerne geteilt.

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piqer: Bernd Oswald
Freitag, 07.06.2019

Drei Viertel der deutschen Verlage nutzen Facebook-Tracker – und pfeifen auf die DSGVO

Es ist paradox: Die meisten deutschen Medien schreiben kritisch über Facebook – nicht nur, aber vor allem wegen der ständigen Datenschutz-Skandale. Auf der anderen Seite hindert das die meisten Verlage aber nicht, eine Menge Facebook-Tracker auf ihren Webseiten einzubinden. Redaktion und Vermarktung gehen hier also konträre Wege. Matthias Eberl, auf Privatsphäre und Datenschutz-Fragen spezialisierter Journalist, hat nun Zahlen vorgelegt, wie groß das Problem wirklich ist: Etwa 75 Prozent von 130 untersuchten (großen) deutschen Nachrichtenseiten haben an verschiedenen Stellen Ihrer Webseiten Facebook-Tracker, wie etwa das „Facebook Pixel“, ein Bestandteil des umfangreichen Custom-Audiences-Tools. Die Verlage schätzen die Möglichkeit, damit ihre Leserschaft über Gerätegrenzen hinweg analysieren zu können. Und die Werbevermarkter freuen sich über die Option, präzise Zielgruppen über Interessen zu definieren. 

Das größte Problem dabei sind die Cookies, die von den Einbettungen mitgesendet werden. Damit kann Facebook Seitenaufrufe in vielen Fällen einem Facebook-User und damit einer echten Person und ihrer E-Mail zuordnen – noch Monate, nachdem diese Person bei Facebook eingeloggt war.

Aus Datenschutz-Sicht, besonders nach dem Inkrafttreten der DSGVO ist das mehr als fragwürdig. Vor allem, wenn die Nutzer nichts davon wissen, wie sehr sie getrackt werden, also auch nicht nach ihrer Zustimmung gefragt werden. Wie man erkennen kann, welche Tracker auf einer Website eingebunden sind, hat Matthias in seinem Blog erklärt. 

Matthias hat sich bei einigen Verlagen auch nach den Gründen für den Einsatz der Tracker erkundigt, aber keine oder nur ausweichende Antworten bekommen. Insgesamt eine starke Recherche, die klarmacht, dass die systematische Auswertung unserer persönlichen Mediennutzung durch Facebook kein privates Problem ist, sondern eine gesellschaftliche Dimension hat.

Drei Viertel der deutschen Verlage nutzen Facebook-Tracker – und pfeifen auf die DSGVO
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