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Medien und Gesellschaft

Christian Fahrenbach
Journalist. In New York.
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piqer: Christian Fahrenbach
Mittwoch, 02.03.2016

Die Zukunft des Journalismus – in einem Absatz

Jay Rosen ist Journalismusprofessor an der New York University, NYU. Er findet, dass man online dem Leser Zeit sparen muss und deshalb rief er mit seinen Studenten "News Literacy 2016" ins Leben, ein kleines Projekt, das in einem winzigen Absatz alle Veränderungen im Mediengeschäft zusammenfassen soll. 

Hier die deutsche Übersetzung, eine Fettung bedeutet, dass Rosens Studenten tiefergehende Infos zusammengetragen haben. Wer mehr lesen will, kann zu jedem der elf genannten Trends und Veränderungen weitere Links, Grafiken und Expertenempfehlungen für soziale Netzwerke finden. Ohne Witz: Diese Texte ersetzen ein ganzes Semester Medienmanagement, eine echte Schatzkiste.

Weil mobile Nutzung für Nachrichtenkonsum immer wichtiger wird und Medienhäuser die Kontrolle über die Distribution ihrer Inhalte verlieren, müssen sich Geschäftsmodelle weiterentwickeln. Kluge Medienfirmen konzentrieren sich auf neue Produkte, arbeiten an der Personalisierung von Informationen und gestalten smartere Redaktionsprozesse. Währenddessen erleben Journalisten, dass Daten dabei helfen können, bessere Storys zu finden – und sie freunden sich mit Automation an. Sie lernen, dass Nutzer helfen können bei der Nachrichtenproduktion, dass es besser ist, in der Nische zu bleiben, wenn man sich nicht massiv vergrößern kann und dass hervorragendes Erklären dafür sorgen kann, dass sich mehr Menschen für Nachrichten interessieren. 

Die Zukunft des Journalismus – in einem Absatz
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Kommentare 7
  1. Peter Schwede
    Peter Schwede · vor mehr als einem Jahr

    Ich finde, Nischen haben auch eine wichtige Downside. Sie bedeuten, dass der Nutzer nur via Opt-In zu Themen gelangt, von denen er jedoch noch nicht weiß. Und wenn kleine Nischen finanziell nicht in der Lage sind, für ihr Thema genügend Autoren zu beschäftigen, um ein weitgehend umfassendes Gesamtbild zu projizieren, entwickelt sich der Nischenmarkt zu einem politischen Echokammer-Cluster (vgl. Facebook mit seinen Pages).

    Ich träume von einem Medium, das ein breites Spektrum von Themen und Anschauungen präsentiert. Dessen Alleinstellungsmerkmal für eine Nische könnte zum Beispiel eine durchgehend hohe Diskursqualität (nach DOI:10.1080/07393180701560864) sein.

    1. Christian Fahrenbach
      Christian Fahrenbach · vor mehr als einem Jahr

      Ja, das mit der Diskursqualität ist ein gutes und hehres Ziel.

      Aber Nische muss ja nicht unbedingt durch Meinung oder Haltung definiert sein, sondern kann sich auch durch Thema, Region oder Formate ergeben.
      Ich habe eher den Eindruck, dass es in Deutschland online viel zu viele Angebote gibt, die alle mehr oder minder das gleiche machen: SpOn, tagesschau, heute, Zeit, Süddeutsche, faz.net, taz.de, DLF, DW, die ganzen regionalen... Da haben wir locker ein Dutzend mehr oder minder gleiche Angebote nur für allgemeine Nachrichten. Wenn man nicht bereit ist, auf ein Pferd zu setzen, wird der Kuchen recht klein.

      (Allein, dass es gestern zum Super Tuesday ein halbes Dutzend Wahlblogs gab, zu nachtschlafener Zeit in Deutschland... Wer soll das alles nutzen? Zumal das meiste ohnehin nur US-Sender und Agenturen nacherzählt, die ich, wenn ich mich für das Thema zu dieser Zeit interessiere, vermutlich ohnehin selbst verfolge.)

    2. Gurdi (Krauti)
      Gurdi (Krauti) · vor mehr als einem Jahr

      @Christian Fahrenbach Guter Vergleich.

  2. Christoph Weigel
    Christoph Weigel · vor mehr als einem Jahr

    "...dass es besser ist, in der Nische zu bleiben, wenn man sich nicht massiv vergrößern kann." da tun sich fragen auf: wie klein darf denn die nische sein, damit es wirtschaftlich überhaupt ~irgendwie funktioniert, mittelfristig? und was für user/leser-zahlen bedeutet "massiv vergrössern"? der versuch einer beantwortung solcher fragen - und einiger anderer - ist viel spannender, als das knappe statement vermuten läßt...

    1. Georg Wallwitz
      Georg Wallwitz · vor mehr als einem Jahr

      In England ist diese Woche eine neue Zeitung ("New Day") an den Start gegangen, die sich wohl ab 100.000 Lesern trägt. Das ist wohl die Mindestgröße einer Nische im Zeitungsmarkt. Wenn man nur Online unterwegs ist, ist es vermutlich eine ähnliche Größe.

    2. Christian Fahrenbach
      Christian Fahrenbach · vor mehr als einem Jahr

      @Georg Wallwitz Vermutlich ist das nicht so leicht pauschal zu sagen: Wer eine General-Interest-Nachrichtenseite in Deutschland betreibt, der kämpft nicht nur mit massiver bestehender Konkurrenz, sondern braucht auch elend viele Augenpaare, siehe zum Beispiel Launch und Social-Strategie der Huffington Post.

      Andere Beispiele wie cruisetricks.de oder der Basketballpodcast gotnexxt funktionieren sicher fernab des Mainstreams mit sehr viel weniger Augen- und Ohrenpaaren.

      Die beiden Strategien, die ich sehe: Entweder, ich gehe massiv auf Reichweite (teils auf Kosten dessen, was viele wohl als Qualität ansehen würden) oder ich setze auf sehr hohe Nutzerbindung als Indie-Medium in der lokalen/thematischen/Plattform-Nische.

  3. Bernd Oswald
    Bernd Oswald · vor mehr als einem Jahr

    danke Christian für diesen Hinweis. Das Projekt News Literacy trifft so was von den Nerv der Zeit. Super sind auch die weiterführenden Links und die Follower-Empfehlungen.