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Medien und Gesellschaft

Bernd Oswald
Autor, Trainer und Trendscout für digitalen Journalismus
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piqer: Bernd Oswald
Mittwoch, 09.11.2016

„Die Medien berichteten über Trump, als ob er bald belanglos sei"

Nicht nur die deutschen Medien stehen in der Kritik, auch die amerikanischen. Speziell, was den Umgang mit Populismus betrifft. Hier wird über die Berichterstattung über die AfD gestritten, in den USA über die Berichterstattung über Trump. Aber vielleicht liegt genau da das Problem: Dass das Etikett „Populismus" eine voreingenommene Haltung ausdrückt, der viele Journalisten verfallen sind. Das Gespräch der beiden New York Times-Journalisten James Poniewozik und Jim Rutenberg ist so lesenswert, weil sie das elitäre Selbstverständnis der US-Journaille sezieren und aufzeigen, was sich in der politischen Berichterstattung ändern muss.

„Die Medien berichteten über Trump, als ob er bald belanglos sei"
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Kommentare 11
  1. Karsten Lemm
    Karsten Lemm · vor 11 Monaten

    Natürlich tragen die Medien eine Mitverantwortung – aber diese Selbstzerfleischung, wie sie gerade bei Jeff Jarvis nach der Wahl zu beobachten war, geht genauso daneben. Es gab, wie der Medienforscher Jeff Benton betont, reichlich hervorragenden Journalismus zur Trump-Kandidatur – die Artikel wurden nur nicht ausreichend wahrgenommen, schon gar nicht von denen, die sie eigentlich hätten wahrnehmen sollen. Mehr dazu hier:

    www.niemanlab.org/2016/11/t...

    Was bei der Medienschelte auch gern übersehen wird: Egal, was Reporter berichten, es wird auf taube Ohren stoßen, wenn die Atmosphäre in der Gesellschaft so vergiftet ist, dass die eine Seite gar nicht mehr hören will, was die andere zu sagen hat. Genau das ist in den gespaltenen USA der Fall. Trump-Wähler waren weder auf der Suche nach Wahrheiten über ihren Kandidaten noch offen für Gegenargumente. Sie wollten ein Signal senden. Gegen „die da oben“ und gerade auch gegen „die Medien“. Solange sie nicht Fox News heißen.

    1. Gurdi (Krauti)
      Gurdi (Krauti) · vor 11 Monaten

      Es geht ja nicht nur um die Berichterstattung zu Trump.
      Die Medien haben derart viel Glaubwürdigkeit verspielt, das niemand mehr Ihnen glaubt was Sie zu Trump zu sagen hatten. Ob es am Ende stimmt oder nicht. Gelesen haben das sicher viele, ich glaube nicht das man dass einfach ignorierte. Aber geglaubt hat keiner mehr den Medien. Die massiven Fehleinschätzungen auch hier in Deutschland zeigen deutlich wie weit die Einschätzungen der Medien von der eigentlichen Realität mittlerweile entfernt sind. Man schaue nur mal auf die Börsen und reibe sich bitte die Augen.

      Gestern bei Maischberger sagte Nadja Atwal zutreffend, die Leute wählen Ihn gerade deswegen weil die Medien Ihn gehasst haben und sich dermaßen gegen Ihn positionierten. Hier in Deutschland zeigt man ja auch gerne "Haltung". Wer dauerhaft mit Verunglimpfungen und Skandalisierungen arbeitet brauch sich im Nachgang nicht zu beschweren.

    2. Karsten Lemm
      Karsten Lemm · vor 11 Monaten

      @Gurdi (Krauti) Ich tue mich schwer mit Begriffen wie „die Medien“. Es gibt heute mehr Nachrichtenquellen denn je, und wer dem einen Medium nicht trauen mag, kann sich viele andere suchen – oder oftmals direkt die Quelle der Informationen finden, auf die sich Blogger, Websites oder Magazine berufen. Wer ein mündiger Bürger sein will, muss eben auch bereit sein, mit wachen Augen durch die Welt zu gehen und nicht alles zu glauben, was hier oder da durchs Netz oder den Äther schwirrt.

    3. Gurdi (Krauti)
      Gurdi (Krauti) · vor 11 Monaten

      @Karsten Lemm Da sind wir zweifelsfrei einer Meinung. Aber gerade Leitmedien müssen sich diesen Vorwurf gefallen lassen meiner Meinung nach.

    4. Bernd Oswald
      Bernd Oswald · vor 11 Monaten

      ja, da sind wir wieder mitten im Filterblasen- oder Mikrokosmos-Phänomen. Man nimmt nur das wahr, was man wahrnehmen möchte. Damit hat Trump ganz bewusst gearbeitet, seine bewussten Falschinformationen haben hervorragend verfangen. Und sein Zielpublikum hat die ganzen Fact-Checks, die "falsch" gerufen haben, gar nicht erst mitbekommen. Die Spaltung in den USA währt nun ja schon knapp 20 Jahre und es ist leider kein Ende in Sicht.

    5. Gurdi (Krauti)
      Gurdi (Krauti) · vor 11 Monaten

      @Bernd Oswald Ich habe ehrlich gesagt eine solches globales Szenario bereits prognostiziert. Ich reibe mir jedoch selbst die Augen, in welchem Tempo das ganze von statten geht. Ich persönlich rechnete eher mit einer Entwicklung über 10-15 Jahre und bin davon ausgegangen dass die westlichen Nationen zumindest diese Wahlperiode in den USA, Frankreich und Deutschland noch mit blauem Auge überstehen werden.

      Ich muss meine Einschätzungen stark revidieren, die Entwicklungen in der Türkei (siehe Handelsblatt Artikel von gestern zum Kauf neuer F35a), den Philippinen, den USA und GB in Verbindung mit der schwäche der EU und der labilen Wirtschafts und Finanzstruktur deuten auf einen historischen Wandel hin, der alle Ebenen der Gesellschaft ergreift und massive Geopolitische Verwerfungen mit sich bringen wird. Sollte die kommenden Wahlen in Deutschland, Frankreich sowie die Abstimmung in Italien mit ähnlichen Ergebnissen enden wie die Wahl in den USA, dann haben wir diese entwicklung endgültig zementiert. Die Ereignisse werden sich auch gegenseitig als Katalysator dienen.

      Wenn ich mir Thomas Roth und Julian Reichelt gestern bei Maischberger anschaue, sehe ich wenig Erkenntnisbereitschaft.

  2. Christoph Weigel
    Christoph Weigel · vor 11 Monaten

    da haben die US-medien ja ab jetzt ausreichend gelegenheit, ihre lernfähigkeit zu beweisen.

  3. Bernd Oswald
    Bernd Oswald · vor 11 Monaten

    habe gerade noch ein Interview mit Jeff Jarvis entdeckt, der die US-Medien noch härter ins Gericht nimmt, aber auch ganz konkrete Handlungsemfpehlungen gibt, was sie besser machen können: meedia.de/2016/10/2...

    1. Gurdi (Krauti)
      Gurdi (Krauti) · vor 11 Monaten

      Sie werfen damit die richtige Frage auf wie ich finde. Ich glaube nur Sie sind zu spät dran. Der Schneeball ist schon am rollen und er ist eigentlich schon "too big to fail"

    2. Magdalena Taube
      Magdalena Taube · vor 11 Monaten

      Daran musste ich auch denken: www.piqd.de/medien-ge...

    3. Gurdi (Krauti)
      Gurdi (Krauti) · vor 11 Monaten

      @Magdalena Taube Naja also an Beschimpfungen hat es Trump sicher nicht gemangelt.