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Medien und Gesellschaft

Theresa Schmidt
Freie Journalistin und Autorin, Redakteurin
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Theresa Schmidt
Freitag, 18.03.2016
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Das Prominente ist politisch

Warum denken wir, was wir denken, kaufen wir, was wir kaufen, wählen wir, was wir wählen? Heike-Melba Fendel beschreibt für 10 nach 8 das Phänomen der Politisierung des Prominenten – und wie es Handlungsträger mit tatsächlicher Expertise entmachtet. Denn:

Wer seine CO2-Bilanz nur überdenkt, weil Leo das gut fände, wer sich nur in Toleranz übt, weil das der Fußballnationalmannschaft gefällt, oder sich am Crowdfunding von Jugend rettet beteiligt, weil Jella Haase das cool findet – ist Opfer wie Protagonist der Sentimentalisierungsindustrie.

Spaß macht, dass Fendel konsequent aus einem von der Problematik betroffenen semantischen Feld heraus argumentiert: Pointiert kritisiert sie die „organisierte Entpolitisierung“ der Öffentlichkeit durch die kinowirksame Strategie, Fiktion zur gefühlten Wahrheit werden zu lassen. Mit dem Unterschied, dass die Promis von der Leinwand auf einmal als politische Botschafter in der realen Welt ihr Gesicht in die Kamera halten. In letzter Konsequenz plädiert Fendel vor allem für eines: Geschichten, um die niemand gebeten hat.

Gut beobachtet.

Das Prominente ist politisch
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