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Medien und Gesellschaft

Zukunftstechnologien

Virtual Reality, künstliche Intelligenz, Podcasts als Konkurrent des Radios - wie sehen die Technologien der Zukunft aus?

Weitere Informationen zum Thema Zukunftstechnologien

Zukunftstechnologien sind diejenigen Technologien, die unser Leben auf nahe und mittlere Sicht bestimmen werden. Vielfach gibt es sie schon, sie stecken in den Kinderschuhen oder können schon praktisch eingesetzt werden, auch wenn ein deutliches Entwicklungspotenzial zu erkennen ist. Ein Beispiel hierfür liefert etwa die digitale Spracherkennung, die man zu Beginn der 2000er Jahre zu den Zukunftstechnologien zählte. Sie funktionierte damals schon, aber sehr unbefriedigend. Inzwischen sind solche Programme für fast jeden Smartphone-Nutzer selbstverständlich geworden.

Zukunftstechnologien haben eine sehr große wirtschaftliche Bedeutung. Im Jahr 2025 könnten 25 % des deutschen BIP (Bruttoinlandsprodukt) von wenigen Zukunftstechnologien abhängen, eine Studie von McKinsey listet gerade einmal ein reichliches Dutzend auf. Die Robotik und der 3D-Druck, alternative Antriebe und das Internet of Things dürften dazugehören. Die Experten von McKinsey haben jede dieser Zukunftstechnologien analysiert, um ihren möglichen Einfluss auf das BIP zu ermitteln. Einige dieser Technikfelder dürften ganze Branchen umzukrempeln, was die Wirtschaft massiv verändern wird.

Zu den wichtigsten Zukunftstechnologien wird das sogenannte Internet der Dinge gehören, das in sehr naher Zukunft vermutlich etwa 200 Milliarden Euro - wahrscheinlich 5 % des deutschen BIP - erwirtschaften wird. Die Zahlen für das Jahr 2025 sind natürlich nur eine Annahme, die aber mit sehr handfesten Daten untersetzt ist. McKinsey-Direktor Andreas Tschiesner verweist im Anhang der Studie auf die Bedeutung dieser Entwicklung. Wenn Deutschland bei wichtigen Zukunftstechnologien wie dem Internet of Things versagen, könnte es seine gute Wettbewerbsposition in der Welt absolut verlieren. Tschiesner hält diese Gefahr indes für gering, denn die maßgeblichen Akteure hätten die Wichtigkeit solcher Zukunftstechnologien absolut erkannt. Deutschland kämpft wie eh und je um seine Führungsrolle.

Gut vorbereitete, teilweise auch schon gut entwickelte Zukunftstechnologien aus Deutschland sind auch das autonome Fahren und Hochleistungswerkstoffe, während die USA bei softwarelastigen Anwendungen die Nase vorn hat. Zu diesen Zukunftstechnologien gehören lernende Softwaresysteme, viele Internetanwendungen, Cloud Computing, Big Data und IT-Sicherheit. Doch die Zukunftstechnologien aus Deutschland haben ein hohes wirtschaftliches Potenzial, nicht nur das genannte Internet der Dinge. Beispiel Robotik: Hier sehen die McKinsey-Berater im Jahr 2025 für Deutschland 175 Milliarden Euro BIP-Potenzial, bei den alternativen Antriebe sind es 111 Milliarden Euro, beim autonomen Fahren 59 Milliarden Euro.

Die Universität Münster hat ebenfalls im Frühjahr 2016 nach einigen wesentlichen Zukunftstechnologien geforscht und Verbraucher befragt, für wie wichtig sie diese halten. Auf Platz 1 stand die Spracherkennung inklusive Befehlssteuerung über die Sprache, auf Platz 2 das mobile Bezahlen, auf Platz 3 der Haushaltsroboter. All das sind Zukunftstechnologien, die es schon gibt, die aber als sehr ausbaufähig gelten. Das Cloud Computing und den 3D-Druck schätzen auch private Verbraucher unter den Zukunftstechnologien als sehr wichtig ein, die Sportsfreunde schätzen persönliche Datenprotokolle, um die eigene Fitness zu ermitteln. Erst danach halten BürgerInnen Zukunftstechnologien wie persönliche Datenprotokolle zu Gesundheitszwecken für hilfreich, hier fürchten viele Menschen offenbar um den Schutz ihrer Daten.

Es gibt auch Technologien, die noch vor sehr kurzer Zeit als unglaublich zukunftsträchtig galten, aber inzwischen zurückhaltend bis skeptisch betrachtet werden. Dazu gehören beispielsweise Datenbrillen wie die Google Glasses, die zwar in der Medizin und Industrie zum Einsatz kommen, sich aber bei den Verbrauchern bislang nicht durchsetzen konnten.